Die Nachricht hat gestern Abend nicht nur die bayerische Politik und Gesellschaft erschüttert. Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist tot. Der 55-Jährige Niederbayer wurde gestern in einem Hotel in Berlin-Mitte leblos aufgefunden. Die Todesursache ist derzeit noch nicht geklärt. Die Staatsanwaltschaft in Berlin schließt ein Fremdverschulden aber aus, wie sie heute nach dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion bekanntgegeben hat. Hubert Aiwanger hinterlässt eine Lebensgefährtin und zwei Kinder.
Auf dem Maximilianeum wehen die Flaggen heute auf Halbmast. Der Freistaat Bayern trauert um seinen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich geschockt über die Nachricht des plötzlichen Todes seines Stellvertreters. Kabinettskolleginnen und Kollegen aus der eigenen Partei sind bestürzt und erinnern an ihren Weggefährten, so wie Kultusministerin Anna Stolz.
Anna Stolz (Freie Wähler) Bayerische Kultusministerin: Er wurde mitten aus dem Leben gerissen und hinterlässt eine schmerzhafte Lücke. Was er für Bayern und darüber hinaus geleistet und erreicht hat, bleibt unvergessen.
Hubert Aiwanger war das Gesicht der Freien Wähler in Bayern und darüber hinaus: Er hat die Partei aus der Kommunalpolitik auf die Landespolitische Bühne gehoben, war von 2010 an Bundesvorsitzender. Seit 2008 war der Rahstorfer Mitglied des bayerischen Landtags und zehn Jahre lang Fraktionsvorsitzender. Durch die Kritik an der Agrarpolitik der EU, den Corona-Maßnahmen oder auch der Flüchtlingskrise macht er die Freien Wähler erst zur Protestpartei dann zum Koalitionspartner der CSU. 2023 bleibt er trotz einer Affäre um ein mutmaßlich antisemitisches Flugblatt im Amt. Neben der Trauerarbeit berät die Koalition über einen Nachfolger für die Zeit bis zur Landtagswahl im kommenden Jahr. Aktuell laufen die Ermittlung zum Tod des 55-Jährigen. Nach ersten Obduktionsergebnissen schließt die Berliner Gerichtsmedizin Fremdverschulden aus.