Wie sieht guter Unterricht heute aus? Diese Frage beschäftigt auch die fränkischen Grundschulen. Mit neuen pädagogischen Konzepten wollen sie den Schulalltag weiterentwickeln und die sozialen Kompetenzen bei Kindern stärker fördern. Die Nürnberger Grundschule Laufamholz setzt dabei auf tierische Unterstützung. Denn dort begleitet der Golden Retriever Bruno eine vierte Klasse inzwischen regelmäßig durch den Unterricht.
Er redet nicht, er meldet sich nicht, und seine Schulwoche endet nach zwei Stunden. Dennoch steht Bruno im Mittelpunkt des Klassenzimmers. Als Schulhund unterstützt er die Kinder während ihres Unterrichts – durch Kontakt und Streicheleinheiten.
Hinter dem Einsatz steckt weit mehr als Sympathie für Tiere. Gemeinsam mit Besitzerin Nina Kaas hat der Golden Retriever eine etwa einjährige Schulhundausbildung absolviert. Damit er ihre Klasse begleiten darf, müssen viele Dinge zusammenspielen.
Gemeinsam hat die Klasse nun ein Konzept für die tierische Unterrichtsbegleitung ausgearbeitet. Schnell konnten sie die Schulleiterin Yvonne Wohlleben überzeugen, Bruno als Schulhund einzusetzen – obwohl sie selbst keine Hundeliebhaberin ist. Der Zauber von Bruno und sein pädagogischer Wert im Unterricht haben die Schule überzeugt. Auch Oberbürgermeister Marcus König lässt sich das Konzept bei einem Besuch direkt von den Kindern erklären. Für ihn eine Strategie mit Zukunft.
Bald könnten also auch weitere Fellnasen an Nürnberger Grundschulen für kleine Interaktionen zwischen Kind und Tier sorgen. Nina Kaas sieht in der Anwesenheit von Bruno aber nicht nur kurzfristige Verbesserungen. Im kommenden Schuljahr soll Bruno sogar noch intensiver in den Alltag der Grundschule eingebunden werden. Dann sind für ihn wöchentlich bis zu vier Schulstunden geplant. Nach all den neuen Eindrücken heute hat sich der Schulhund aber nun eine Woche Pause verdient.