Er ist und bleibt das Lieblingsgemüse der Deutschen: der Spargel. 1,4 Kilogramm isst jede Bayerin beziehungsweise jeder Bayer durchschnittlich pro Jahr. Das sagen aktuelle Zahlen des Landesamts für Statistik. Einfache Zeiten sind es für die Erzeuger aufgrund von extremem Wetter, steigenden Kosten und dem Preiskampf nicht. Wie geht es also dem heimischen Spargel? Zur Halbzeit der Saison 2026 waren wir bei einem Erzeuger in Fürth vor Ort.
Johannes Tiefel packt auf seinen Spargelfeldern selbst mit an. Der Hof gehört seiner Familie bereits seit dem 19. Jahrhundert. Spargel baut die Familie seit etwa 40 Jahren an. Gemeinsam mit rund 30 Beschäftigten sticht er die Stangen auf seinen fünf Hektar Ackerland. Der Erzeuger zieht eine positive Bilanz.
Etwa fünf Tonnen Spargel pro Hektar verkauft Johannes Tiefel in jeder Saison. Durch die mittlere Größe seines Betriebes bedient der Fürther eine Nische als Lieferant für den Einzelhandel. Außerdem verkauft er seine Ware im Hofladen und an Verkaufsständen.
Allerdings zeigen die Statistiken zum Spargel eine negative Entwicklung. Sowohl in Bayern als auch bundesweit gehen die verkaufte Menge und die bewirtschaftete Fläche zurück.
Steigende Lohnkosten sind für den Betrieb eine Herausforderung – aber nicht die einzige. Spargel ist zwar weniger anfällig für Extremwetter als andere Kulturen, dennoch spüren Johannes Tiefel und sein Team die Folgen des Klimawandels.
In der Spargelsaison 2025 gab es für die Bauern im Freistaat eine bessere Ernte: Sie fiel um 6,6 Prozent höher aus als 2024. Ein Kilogramm Spargel kostet aktuell zwischen 10 und 25 Euro. Bei Johannes Tiefel liegt der Preis je nach Sortierung zwischen 11 und 16 Euro.
Gleichzeitig wird auch grüner Spargel immer beliebter.
Am 24. Juni, dem Johannistag, endet traditionell die Spargelsaison. Bis dahin hofft Johannes Tiefel, dass das Wetter so bleibt wie bisher. Dann könnte die Spargelsaison ein Erfolg werden – und das nicht nur für den Betrieb aus Fürth.