Der aktuelle Bundeshaushalt umfasst 525 Milliarden Euro. Darin sind die umfangreichen Sondervermögen beispielsweise für Infrastruktur oder Bundeswehr noch gar nicht eingerechnet. Mit diesen Summen soll die Bundesrepublik zukunftsfähig und modernisiert werden. Doch der Investitionsstau macht sich nicht nur an maroden Brücken bemerkbar. Auch Sportvereine leiden. Aus dem 500 Milliarden Euro schweren Sonderbudget soll eine Milliarde in die Sanierung und Modernisierung der Sportinfrastruktur fließen. Doch der Andrang ist groß. Der Deutsche Olympische Sportbund beziffert den Sanierungsstau auf 31 Milliarden Euro. Eine Kommune aus Mittelfranken darf sich nun aber freuen.
Die Sporthalle in Veitsbronn braucht Unterstützung. Zwar ist die Bausubstanz grundsätzlich in einem ordentlichen Zustand, aber an vielen Stellen ist der Verfall der letzten 60 Jahre unübersehbar. Umso größer ist die Freude bei Bürgermeister Marco Kistner, dass die Halle Fördermittel aus der sogenannten Sportmilliarde erhält.
Die Sportmilliarde ist Teil des Sondervermögens. Bis zum Ende der Legislaturperiode der aktuellen Regierung soll insgesamt eine Milliarde in die Sportinfrastruktur fließen. Mehr als 3.600 Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von über 7,5 Milliarden Euro wurden eingereicht. An Veitsbronn werden nun 550.000 Euro vergeben.
Die Sanierungskosten belaufen sich insgesamt auf rund 3,5 Millionen Euro, wovon etwa zwei Millionen Euro von der Kommune getragen werden müssen. Weitere etwa 900.000 Euro stammen aus einer weiteren Förderung. Geplant sind barrierefreie Umkleidekabinen, neue Fenster sowie eine Verbesserung der energetischen Gebäude-Qualität. Den größten Kostenanteil macht die Modernisierung der Haustechnik aus, die teilweise noch aus dem Jahr 1965 stammt.
Neben dem ansässigen ASV Veitsbronn-Siegelsdorf nutzen auch mehrere Schulen und Kindergärten die beiden Hallen. Der Bedarf ist groß. Die Sportmilliarde hilft, ist letztlich aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Kommunen sollten Marco Kistner zufolge finanziell besser ausgestattet werden. Dann bräuchte es auch weniger Förderprogramme wie die Sportmilliarde. Denn: Der Wille zum Investieren ist da, aber der Geldbeutel ist leer.