Die Spritpreise steigen weiter: Mehr als zwei Euro pro Liter sind inzwischen Realität, die Drei-Euro-Marke scheint nicht mehr völlig undenkbar. Gerade im ländlichen Raum sind viele Menschen auf das Auto angewiesen – und können steigenden Preisen nicht einfach ausweichen.
Auch im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim haben Autofahrer deshalb ihr Tank- und Fahrverhalten angepasst. Für manche bedeutet das: weniger fahren und an anderer Stelle sparen. Ein Umstieg auf Bus und Bahn ist für viele keine echte Alternative.
Seit April dürfen Tankstellen ihre Preise grundsätzlich nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Die Regel sollte für mehr Preistransparenz und Verbraucherschutz sorgen. Der ADAC sieht den gewünschten Effekt allerdings nicht erreicht.
„Bei der Einführung des österreichischen Modells war ja von einer Spritpreisbremse die Rede. Die Wirkung wurde ganz klar verfehlt.“ – Florian Fraunholz, Pressesprecher ADAC Nordbayern e.V.
Ein Blick nach Österreich zeigt zudem: Dort ist Tanken trotz der ebenfalls geltenden 12-Uhr-Regel günstiger. Nach Angaben des ÖAMTC liegen die Preise derzeit bei rund 2,21 Euro für Diesel und 1,90 Euro für Super. Laut ADAC sind vor allem die niedrigeren Steuern und Abgaben ein Grund für den Preisunterschied.
Unterdessen sucht die Bundesregierung weiter nach einer Entlastung für Autofahrer. Im Gespräch sind unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer, gezielte Direktzahlungen und ein Preisdeckel nach belgischem Vorbild. Einen konkreten Zeitpunkt und eine endgültige Lösung gibt es bislang nicht.