Städtische Architektur ist mehr als nur Häuser und Straßen – sie prägt das Lebensgefühl einer Stadt. Ob wir uns wohlfühlen, uns gut orientieren können oder gerne Zeit im öffentlichen Raum verbringen, hängt oft maßgeblich von ihr ab. Ein Beispiel moderner städtischer Architektur ist die neue Feuerwehrwache 1 in Nürnberg. Sie bietet Platz für 53 Einsatzfahrzeuge und dient als zentrales Lager für rund 1.000 Einsatzkräfte. Von außen wirkt der Bau eher unscheinbar – im Inneren jedoch überzeugt er durch hohe Funktionalität und Effizienz.
Bei einem Übungseinsatz an der Feuerwache 1 wird deutlich, wie wichtig reibungslose Abläufe sind. Täglich stehen hier knapp 100 Einsatzkräfte für den Ernstfall bereit. Erst vor sechs Jahren wurde die neue Wache in der Reutersbrunnentraße eingeweiht – ein Neubau, der vor allem eines sein soll: effizient.
Bastian Richter arbeitet bereits seit vielen Jahren bei der Feuerwehr und war selbst an der Planung des Neubaus beteiligt.
Zuständig ist die Wache für etwa ein Viertel des Nürnberger Stadtgebiets. Die Architekten Friedrich Bär und Bernd Stadelmann planten das Gebäude. In ihrem Architekturbüro haben sie sich auf öffentliche Bauten spezialisiert. Neben der Feuerwache realisierten sie unter anderem auch das benachbarte JVA-Gebäude. Gerade hier spielen Sicherheitsvorgaben eine zentrale Rolle. Doch auch bei anderen städtischen Bauprojekten gelten klare Richtlinien und Anforderungen.
Die Architektur öffentlicher Gebäude hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Weniger Ästhetik, mehr Effizienz – das ist oft die Devise. Was früher gestalterisch möglich war, lässt sich heute aufgrund von Kosten, Vorschriften und funktionalen Anforderungen kaum noch umsetzen.
Gleichzeitig geraten Neubauten immer wieder in Konflikt mit denkmalgeschützten Gebäuden. In einer Stadt wie Nürnberg mit über 1.000 Baudenkmälern sind Bauprojekte häufig eine besondere Herausforderung. Eine Lösung: Alte Gebäude Sanieren und wieder nutzbar machen.
Die neue Feuerwehrwache in der Reutersbrunnenstraße ist jedoch für die kommenden Jahrzehnte ausgelegt. Und sie bleibt nicht das einzige Projekt: Zahlreiche weitere städtische Bauvorhaben sind bereits geplant. Allein im Jahr 2026 will die Stadt Nürnberg im Mittelfristigen Investitionsplan rund 530 Millionen Euro in Infrastruktur, Schulen und weitere öffentliche Projekte investieren.