Do., 03.04.2025 , 11:51 Uhr

Standardpatient ist männlich: So wird Gendermedizin in Erlangen erforscht

Eine Frau und ein Mann werden gleichzeitig in die Notaufnahme eingeliefert. Er klagt über starke Schmerzen in der Brust, sie muss sich vor Schwindel erbrechen. Der Mann wird wegen Verdacht auf Herzinfarkt sofort behandelt. Sie wird als weniger akut eingestuft. Tatsache: Sowohl der Mann als auch die Frau haben einen Herzinfarkt, jedoch weichen die Symptome der Frau vom gut erforschten männlichen Krankheitsbild ab. Nach wie vor wird die medizinische Forschung überwiegend am Mann praktiziert. Die Gendermedizin soll das ändern.

Forschung im Labor der Strahlenklinik in Erlangen

Wie wirkt sich Strahlung auf die Knochenzellen des Menschen aus? Eine Frage mit der sich Lena Winterling im Rahmen ihrer Doktorarbeit auseinandersetzt. Dafür forscht die 26-Jährige im Labor der Strahlenklinik, der FAU- Erlangen Nürnberg gerade an männlichen Knochenzellen. Seit 3 Jahren forschen Doktorandinnen und Doktoranden in der Arbeitsgruppe von Dr. Lisa Deloch an der FAU im Bereich Gendermedizin. Der Fokus liegt hier auf dem Zusammenspiel von Knochen und dem Immunsystem. Die Gendermedizin im Allgemeinen erforscht Geschlechterspezifische Unterschiede des männlichen und weiblichen Geschlechts. Dies ist notwendig, denn der Maßstab vieler medizinischer Studien ist immer noch ein 75 Kilo schwerer Mann.

Medizinische Behandlung ist oftmals nicht geschlechtsspezifisch

Daraus resultiert: Krankheiten bei Frauen werden bis heute schlechter erkannt und nicht ideal behandelt. Auch Medikamente und Behandlungsintervalle sind noch nicht geschlechtsspezifisch. Hormonelle Schwankungen durch den Zyklus erschweren die Forschung. Außerdem ist diese sehr zeitintensiv. Viele Frauen wollen sich dafür nicht zur Verfügung stellen, da sie in dem Zeitraum nicht schwanger werden sollten. Laut Dr. Lisa Deloch nehmen immer mehr Forschende das Thema Gendermedizin wahr. Die FAU trägt einen wichtigen Teil dazu bei, denn die Ergebnisse von Doktorandinnen und Doktoranden, wie Lena Winterling, treiben sowohl neue Entwicklungen in der Medizin als auch dem Strahlenschutz voran.

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