Do., 30.04.2026 , 13:18 Uhr

Steigende Kontaktzahlen: Bahnhofsmission Nürnberg schlägt Alarm

Laut dem Mikrozensus aus dem Jahr 2025 sind in Bayern aktuell 1,6 Millionen Menschen von akuter Armut bedroht. Das sind knapp 12 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommens der Bevölkerung verdient. Für einen Single-Haushalt sind das knapp 1500 Euro netto. Besonders gefährdet sind alleinerziehende Mütter. Auch in Mittelfranken nehmen immer mehr Menschen soziale Dienste wie die Bahnhofsmission in Anspruch.  

Hilfe und Orientierung

Für Anita Grelka beginnt der Tag bei der Bahnhofsmission in Nürnberg gegen Zehn Uhr. Die ehemalige Erzieherin kommt als eine von 40 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vier Hauptamtlichen einmal wöchentlich. Ihr erster Einsatz: Sie hilft einer Passagierin beim Umsteigen. Trotz ICE-Verspätung: Die Frau erreicht mit der Hilfe der 58-jährigen Rentnerin pünktlich ihren Zug. Solche Begleitungen leistet das Team bei ihren 80 täglichen Kontakten mit den Klientinnen und Klienten. 2025 waren es in Nürnberg insgesamt fast 30.000 (Kontakte) – Tenden z steigend. Selten sind diese Begegnungen so unproblematisch, so Leiterin Anita Dorsch.  

Der Bedarf steigt, die Ressourcen nicht

In solchen und ähnlichen Fällen berät die Bahnhofsmission, stellt Kontakte zu Fachhilfestellen her. Die gelernte Sozialpädagogin leitet die Einrichtung am Nürnberger Hauptbahnhof seit fast 15 Jahren. Die steigende Anzahl an Klientinnen und Klienten aktuell macht ihr Sorgen. In den letzten Jahren seien außerdem immer mehr Hilfesuchende mit psychischen Problemen dorthin gekommen. Aber das ist für das Team der Bahnhofsmission nicht die einzige Herausforderung.  Die evangelische Landeskirche Bayern Landesbischof Christian Kopp erwartet für das Jahr 2026 Kirchensteuereinnahmen von etwa 770 Millionen Euro und Bambergs Erzbischof Herwig Gössl von etwa 180 Millionen – Tendenz sinkend. Damit finanzieren die beiden Kirche ihre karitativen Einrichtungen, wie die Bahnhofsmission.  

Die Situation bleibt angespannt

Durch Zuschüsse des bayerischen Sozialministeriums, der Stadt Nürnberg und privaten Spenden kann das Team sein Angebot aufrechterhalten. Wie lange das noch so bleibt, ist fraglich. Zurück zu Anita Grelka: Gerade bereitet sie Tee vor. Einmal am Tag bietet die Bahnhofsmission das ihren Klientinnen und Klienten an. Die Begegnungen machen die Arbeit für sie besonders. Nach dem Tee hat die Ehrenamtliche eine Besprechung. Dann geht sie mit einem Kollegen zur nächsten Umstiegshilfe. Denn eine Person im Rollstuhl möchte am Nürnberger Hauptbahnhof umsteigen. Deshalb hat sie die Bahnhofsmission angefragt. 

 

 

  

 

Bahnhofsmission Bahnhofsmission Nürnberg Erzbistum Bamberg Franken Franken Fernsehen Mittelfranken Nürnberger Hauptbahnhof Stadtmission Nürnberg

Das könnte Dich auch interessieren

18.11.2025 00:35 Min Videoüberwachung im Celtispark zeigt Wirkung: Sicherheit um Nürnberger Hauptbahnhof Im Juli hat die Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen rund um den Nürnberger Hauptbahnhof ausgeweitet. Am Celtispark wurden zwei zusätzliche Kameras zur Überwachung installiert. Seitdem ist die Zahl der Straftaten laut Polizei um rund zwei Drittel zurückgegangen. Die Maßnahme hatte das Polizeipräsidium Mittelfranken ergriffen, nachdem sich der Kriminalitätsschwerpunkt vom Bahnhofausgang in Richtung Park verschoben hatte. Weiterhin im Fokus soll auch der Nelson-Mandela-Platz sein. Dort sei 30.04.2026 22:33 Min Das schnelle Gericht: "Bananenpancakes" Wenn’s mal schnell süß sein soll, dann sind diese Bananenpancakes genau richtig. Schön saftig, mit selbst gemachter Karamellsoße obendrauf und einem fruchtigen Beerensößle dazu – das ist ein Dessert, das genauso gut als Hauptgericht durchgeht. Einfach, ehrlich und richtig lecker. Das Rezept finden Sie hier. Außerdem lohnt sich immer ein Blick in unser umfangreiches Rezept-Archiv! Rezept „Bananenpancakes“ 29.04.2026 03:23 Min Julia Lehner im Talk: Kultursommer in Nürnberg Es wird wärmer, so langsam gehen wir in Richtung Sommer und das heißt: Die vielen Kulturevents in der Region stehen wieder an! Was Nürnberg plant, darüber hat Julia Schmidt mit der gerade noch Kulturbürgermeisterin Julia Lehner gesprochen.   Das gesamte Gespräch gibt es hier. 29.04.2026 01:10 Min Impressionen aus Wolfsbronn Impressionen aus Wolfsbronn.