Einkaufen war heute mancherorts schwierig – zum Beispiel in Nürnberg. Beschäftigte aus dem bayerischen Handel – darunter Einzel-, Groß- und Versandhandel – haben ihre Arbeit niedergelegt. Tausende sind dem bundesweiten Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di gefolgt. Es geht um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeberseite sieht das anders.
Supermärkte, Discounter, aber auch Mode- und Möbelhäuser – alle sind vom Streik betroffen. Für Kundinnen und Kunden war der Streik in Teilen des Handels deutlich spürbar. Ver.di hatte Beschäftigte aus über 130 bayerischen Betrieben zum Streik aufgerufen. 1.500 Menschen kamen zur zentralen Kundgebung nach Nürnberg. Im Mittelpunkt stehen die laufenden Tarifverhandlungen. Gefordert werden unter anderem deutliche Entgelterhöhungen sowie höhere Ausbildungsvergütungen.
Mit Bussen kamen die Streikenden nach Nürnberg. Nach Angaben der Gewerkschaft zeigt eine Umfrage, dass viele Beschäftigte Sorgen vor Altersarmut haben. 73 Prozent gaben dabei an, dass ihr Gehalt kaum zum Leben reicht.
Die Arbeitgeberseite weist die Forderungen zurück. Der Handelsverband Bayern verweist auf eine angespannte wirtschaftliche Lage und fehlende Spielräume für deutliche Lohnerhöhungen.
„Die Forderungen von Verdi gehen weit über das hinaus, was der Einzelhandel derzeit verkraften kann. Viele Betriebe stehen durch schwache Umsätze, steigende Kosten und eine anhaltende Kaufzurückhaltung erheblich unter Druck. Vor diesem Hintergrund ist ein Abschluss in dieser Größenordnung nicht darstellbar.“ – HBE-Tarifgeschäftsführerin Dr. Melanie Eykmann
Nach der Kundgebung zogen die Streikenden durch die Nürnberger Innenstadt. Die Tarifverhandlungen sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Ob es weitere Streiks geben wird, ist offen.