7,4 Millionen Menschen haben in diesem Jahr das Münchner Oktoberfest besucht – ein Rekord. Am Wochenende ist das größte Volksfest der Welt zu Ende gegangen. In Fürth dagegen hat die fünfte Jahreszeit gerade erst begonnen: die Michaeliskirchweih. Deutschlands größte Straßenkärwa lockt rund 1,5 Millionen Besucher an und blickt auf eine rund 900-jährige Tradition zurück. Drei Schläge – so eröffnet Oberbürgermeister Thomas Jung die Michaeliskirchweih. 12 Tage lang wird Fürth wieder zum Zentrum für Tradition und Lebensfreude. Zwischen 200.000 und 300.000 Gäste waren es am ersten Wochenende, so die Stadt. Auch die Schaustellerinnen und Schausteller ziehen eine erste positive Bilanz. Die Halbe kostet dieses Jahr zwischen 5,50 und sechs Euro – etwa so viel wie 2025. Für Fürtherinnen und Fürther ist es ihre fünfte Jahreszeit.
Für Ingrid Lamatsch aus Stadeln ist es nicht nur wegen der Kärwa ein besonderes Wochenende. Mit ihrem Heimat- und Volkstrachtenverein eröffnet sie das Fest und feiert runden Geburtstag. Mit 10 Jahren ist die 70-Jährige zum ersten Mal dabei. Die Fürther Michaeliskirchweih ist die größte Straßenkirchweih in Süddeutschland. Auf 42.000 Quadratmetern gibt es 254 Schaustellerinnen und Schausteller. Bis zum 14. Oktober geht das etwa 900 Jahre alte Fest in der Innenstadt. Für die Tänzerinnen und Tänzer ist das Fest jedes Jahr ein Highlight, aber auch eine Herausforderung. Das Vorbild für die Tracht der Gruppe stammt aus dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich war es die Arbeitskleidung der Landfrauen im Knoblauchsland. Für ihren großen Auftritt trainieren sie seit August einmal die Woche traditionelle Tänze. Für die 70-Jährige ist das aber nicht die einzige Tradition. Ingrid Lamatsch will an allen Tagen ihre Fürther Kirchweih besuchen. Höhepunkt für die Vorsitzende des Heimat- und Volkstrachtenvereins Stadeln ist neben der Eröffnung der Erntedankfestzug am 11. Oktober.