Laut Statistischem Landesamt sind im Jahr 2024 über 220 Millionen Menschen in Mittelfranken mit der S-Bahn oder Regionalzügen gefahren. Dabei haben die Passagiere allein bei der S-Bahn Nürnberg 514 Millionen sogenannte Personenkilometer zurückgelegt. Das ist ein Rekord. In ländlichen Regionen sieht das seit der Bahnreform 1994 leider oft anders aus. Deshalb setzen sich rund um den Hesselberg immer mehr Menschen für die Reaktivierung alter Strecken in ihrer Region ein.
Es wirkt wie eine Zeitreise, als die Diesellok aus der Baureihe V100 aus dem schwäbischen Nördlingen in den Bahnhof von Wassertrüdingen einfährt. Vor etwa 40 Jahren ist nämlich auf der Strecke der südlichen Hesselbergbahn zum letzten Mal ein Personenzug gefahren. Das soll sich in Zukunft ändern, so Organisatorin Katharina Bucher. Mit einer Sonderfahrt wollen mehrere Initiativen für die Reaktivierung des südlichen Teils der Hesselbergbahn werben. Im Dezember 2024 hat die BayernBahn gemeinsam mit dem Verkehrsministerium den nördlichen Teil reaktiviert. Auf 15 Kilometern fährt die Bahn seitdem stündlich von Gunzenhausen bis nach Wassertrüdingen. Für die Menschen der Region ist die Wiedereinführung ein Gewinn.
Bisher noch nicht rentabel, aber vielleicht bald
Insgesamt bearbeitet die Bayerische Eisenbahngesellschaft etwa 40 Reaktivierungsprojekte im Freistaat. Grundvoraussetzung für die Wiederaufnahme des Abschnitts ab Wassertrüdingen ins bayerische Schwaben wären 1.000 Reisende pro Werktag. Das ist derzeit aus Sicht der Bayerischen Gesellschaft für die Strecke bis Nördlingen nicht gegeben.
Georg Schulz Pressesprecher Bahnland-Bayern: Dies kann erst mit Beschleunigung der sog. Riesbahn Donauwörth – Nördlingen – Aalen und der damit verbundenen Anschlussherstellung zwischen den Zügen der Riesbahn und den Zügen der Linie RB 89 von und nach Donauwörth (– München) und Aalen im Bahnhof Nördlingen erreicht werden.
In Kombination mit anderen Strecken, würde die kritische Masse jedoch erreicht. Für die Strecke nach Baden-Württemberg ist die Deutsche Bahn zuständig. Deshalb wird sich die Planung und die Umsetzung weiter hinziehen. Langfristig wollen die Initiativen dennoch, dass der Landkreis Ansbach an die Regionen Donauwörth und Augsburg angeschlossen wird. Die Initiativen wollen aber nicht nur den Süden der Hesselbergbahn, sondern auch die „Romantischen Schiene“ im Süden von Wilburgstetten reaktiveren. Noch steht aber nichts fest: Jetzt geht es aber erst an die Hesselbergbahn – Dann könnten hier in Zukunft nicht nur historische Züge wie der V100 die 25 Kilometer nach Nördlingen fahren.