Vor wenigen Wochen sorgten Müllablagerungen und eine Rattenplage in der Nürnberger Südstadt für Schlagzeilen. Ein Spielplatz in der Singerstraße musste deshalb mehrere Wochen gesperrt werden. Inzwischen ist die Anlage wieder geöffnet. Gemeinsam mit Tanja Schreiner haben wir die betroffenen Orte noch einmal besucht und verglichen, was sich verändert hat.
Ende Juni hatte Tanja Schreiner überquellende Müllecken, Sperrmüll und Einkaufswagen in der Südstadt fotografiert und die Bilder an die Stadt Nürnberg geschickt. Beim erneuten Rundgang zeigt sich: Der Spielplatz in der Singerstraße ist wieder geöffnet und sauber. An anderen Stellen gibt es weiterhin Müllprobleme.
„Der Park ist mir aufgefallen – der war abgesperrt, der ist wieder offen. Allerdings gibt’s leider immer noch viel zu viel Müll. Und wenn viel Müll ist, kommen auch wieder die Ratten. Es ist ein Teufelskreis“, sagt Tanja Schreiner.
Die Stadt Nürnberg setzt nach eigenen Angaben auf Information und Aufklärung, um wilde Müllablagerungen zu reduzieren. Dazu gehört auch eine stadtweite Kampagne für einen verantwortungsvollen Umgang mit Abfällen.
Stadt Nürnberg:
Wilde Müllablagerungen an Containerstandorten stellen eine anhaltende Herausforderung im Stadtbild dar. Die Stadtverwaltung begegnet dem Problem mit einer Vielzahl von Maßnahmen, insbesondere durch Informations- und Aufklärungsarbeit. Ein weiterer Baustein ist die Öffentlichkeitskampagne „Respekt“. Sie rückt unter anderem Mitarbeitende des Abfallwirtschaftsbetriebs Stadt Nürnberg (ASN) in den Fokus. Die Kampagne ist ab Ende Juni 2026 im gesamten Stadtgebiet auf City-Light-Plakaten sichtbar.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 500 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen illegaler Müllablagerungen eingeleitet. Die Bußgelder reichen dabei von 55 Euro bis zu 2.000 Euro.
Auf ihre Nachricht an die Stadt Nürnberg hat Tanja Schreiner bisher keine Antwort erhalten. Die Stadt möchte sie deshalb aber nicht schlechtreden. Ihr geht es vor allem um eine saubere Umgebung für Familien und Kinder.
„Das Problem ist, dass ich finde, dass die Südstadt einfach ein Problemortsteil ist. Und ich find’s schade, weil Nürnberg eine schöne Stadt ist. Mir tun eigentlich die Kinder leid, weil es eh nicht viele Grünflächen gibt und die überwiegend vermüllt sind“, sagt Schreiner.
Sperrmüll muss in Nürnberg nicht auf der Straße landen. Bürgerinnen und Bürger können einmal im Jahr eine kostenlose Abholung nutzen. Der erneute Rundgang zeigt: Der Spielplatz ist wieder nutzbar, an anderen Stellen der Südstadt gibt es weiterhin Handlungsbedarf.
„Die Bilanz ist, dass der Park wieder offen ist. Die Kinder können wieder spielen, Familien können raus. Der Müll wurde weniger. Aber an den restlichen Orten rundherum tut sich noch zu wenig“, sagt Tanja Schreiner.
Der Spielplatz ist wieder offen – doch die Frage, wie die Südstadt langfristig sauberer bleiben kann, bleibt bestehen.