Busse und Bahnen stehen wieder planmäßig an den Haltestellen. Nach acht Streiktagen im öffentlichen Nahverkehr haben sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi geeinigt. Für viele Beschäftigte bedeutet das vor allem eins: Mehr Lohn und Entlastung bei der Arbeit.
Wir haben jetzt sieben Prozent auf dem Tisch liegen, das durchgezahlt wird bis zum 01.01.2027. Wir haben auch eine Arbeitsreduzierung, die etwas später greift, von einer Stunde weniger, aber vollen Lohnausgleich. Außerdem haben wir den Sonntagszuschlag auf 30 % erhöht. – Michael Bartog, Gewerkschaftssekretär Verdi Mittelfranken.
Auch für Mitarbeitende der Nachtschicht wird es einen höheren finanziellen Zuschlag geben. Die Einigung wird in drei Erhöhungsschritten für die rund 9.000 Beschäftigen im Freistaat durchgeführt. Für die Fahrgäste in der Region bedeuteten die Streiks zuletzt ausgefallene Verbindungen und längere Wartezeiten. Erst am Dienstag mussten Pendelnde auf das Auto oder andere Mitfahrgelegenheiten ausweichen. Mit der Einigung sollen solche Einschränkungen nun vorerst der Vergangenheit angehören. Trotz der aktuellen Situation im ÖPNV.
Wir haben grundsätzlich eine angespannte finanzielle Situation. Der ÖPNV ist strukturell unterfinanziert. Das ist auch ein Thema, das wir mit den Gewerkschaften sehr kritisch begleiten. Das ist auch ein Thema, wo sich in der Politik was bewegen muss. – Magdalena Weigel, Verhandlungsführung Kommunaler Arbeitgeberverband Bayern e. V.
Der Tarifvertrag soll nun eine Laufzeit von vier Jahren haben. Dennoch gibt es ein Sonderkündigungsrecht bezüglich des Entgelts bis zum 31. Dezember 2027. So könnten ab 2028 wieder neue Verhandlungen starten – wenn nötig.