Mi., 17.09.2025 , 16:12 Uhr

Tierquälerei auf offener Straße: Kinder misshandeln Igelmutter in Erlangen

Ende August haben Kinder im Erlanger Stadtteil Röthelheimpark einem Igel schwere Brandverletzungen zugefügt. Eine Augenzeugin berichtet, dass die Tat aus purer Langeweile geschah. Ein Vorfall, der auch heute noch viele Fragen aufwirft.  

Nadine Walter hat die Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren auf frischer Tat ertappt. Im Erlanger Röthelheimpark haben sie einen Igel misshandelt. Sie ist immer noch schockiert. Die 36-Jährige hat sofort die Polizei alarmiert und eine Anzeige erstattet. Tierquälerei ist nicht selten. Insgesamt gehen jedes Jahr rund eine Handvoll Fälle bei der Polizei Mittelfranken ein. Die Dunkelziffer dürfte aber noch höher sein. Unter den Tätern – auch Kinder. Warum junge Menschen überhaupt zu so grausamen Handlungen fähig sind, erklärt Psychologe Dr. Andreas Rose. Er beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen.  

Wir wissen leider aus der Forschung, dass bei Gewalttätern auch später gefragt wird, ob sie Tiere gequält haben. Ein Warnsignal ist es vor allem dann, wenn die Person Dominanzgelüste auslebt und man merkt, dass die Person sich freut, wenn ein Tier Schmerz empfindet. Dann kann es auch in die Richtung Sadismus gehen. – Dr. Andreas Rose, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut aus Fürth 

Wichtig sind laut Rose vor allem auch die Eltern. Gerade im jungen Alter ist Aufklärungsarbeit wichtig, damit so ein Fall nicht nochmal passiert.  

Die Verletzungen lassen vermuten, dass der Igel in Erlangen auch Tritten ausgesetzt war. Das Tier wurde sofort zur Igelhilfe nach Wilhelmsdorf gebracht.  

Der Igel bekam erst mal Ruhe und Schmerzmittel, wurde am nächsten Tag noch einem Tierarzt vorgestellt zum Röntgen zwecks innerer Verletzungen und konnte abends wieder in seinem Revier rausgelassen werden, da es sich um eine säugende Mutter handelte. (…) Bis jetzt hatten wir solche Vorfälle noch nichtIgelhilfe Wilhelmsdorfer Stachelritter e.V.

Seit sie das erfahren hat, läuft Nadine Walter immer wieder die Gegend ab, wo der Fall passiert war. Tage nach dem Vorfall hat sie die Igelmutter wieder gesehen.  Der Fall aus Erlangen wurde an die Staatsanwaltschaft gemeldet. Sie entscheidet, ob Anklage erhoben wird. Auch in Zukunft wird Nadine Walter aufmerksam bleiben. Sie hofft auf bessere Aufklärungsarbeit an Schulen, damit Tierquälerei auch in Zukunft keine Chance hat. Wenn Sie Zeuge eines Tiermissbrauchs werden, können Sie sich bei örtlichen Veterinäramt oder der Polizei melden.  

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