Wasser wird auch in Bayern zunehmend zur knappen Ressource. Besonders in Franken sinken Grundwasserspiegel – gleichzeitig steigt der Verbrauch. Im Altmühltal bei Treuchtlingen sorgt vor allem ein großer Mineralwasser-Abfüller für Kritik. Umweltverbände schlagen Alarm und warnen vor langfristigen Folgen für Natur und Bevölkerung.
Eine Idyllische Landschaft im Altmühltal – doch der Eindruck trügt. Auch hier wird Wasser knapper. Sinkende Grundwasserspiegel und ausgedehnte Trockenperioden setzen der Region zu.
Gleichzeitig wird weiterhin viel Wasser entnommen – ein Nutzungskonflikt, der sich zuspitzt. Im Fokus: der Mineralwasserhersteller Altmühltaler in Treuchtlingen. Das Unternehmen pumpt jährlich 250.000 m³ Mineralwasser aus der Tiefengrundwasserschicht, dem sogenannten Sandsteinkeuper ab. Die behördlich genehmigte Entnahmemenge. Kritiker sehen darin eine zusätzliche Belastung für ein ohnehin angespanntes System.
Die Situation in Treuchtlingen mutet besonders eigentümlich an. Während das Wasser von Altmühltaler in Filialen der Aldi-Nord-Gruppe verkauft wird, beziehen die örtlichen Stadtwerke ihr Wasser zu 90 Prozent über Fernwasser aus dem Wasserwerk Genderkringen im Lech-Mündungsgebiet. Vor Ort beobachten Naturschützer die Entwicklung mit Sorge.
Das Unternehmen selbst betont, nachhaltig zu wirtschaften und alle genehmigten Mengen einzuhalten.
„Vorbehaltlich der Genehmigung werden wir unsere Förderung aus dem Sandsteinkeuper um 80 Prozent reduzieren und durch Wasser aus den neuen Brunnen im Eisensandstein ersetzen. Diese Maßnahme trägt unmittelbar zur Entlastung des Systems bei. Die entsprechenden Anträge wurden eingereicht; das Genehmigungsverfahren läuft transparent über die zuständigen Behörden.“ – ALDI Nord Group
Der Konflikt zeigt: Wasser wird zur Schlüsselressource – auch in Bayern. Wie viel genutzt werden darf und wer darüber entscheidet, dürfte künftig noch stärker in den Fokus rücken.