Zuerst zu trocken, dann Regen – und dazu noch der wirtschaftliche Druck: Für Kartoffelbauern ist dieses Jahr eine Herausforderung. Bio-Frühkartoffeln wurden im Juli im Großhandel im Schnitt mit rund 70 Cent pro Kilo gehandelt. Was davon beim Landwirt ankommt, ist eine andere Frage. Denn bei Kartoffeln zeigt sich gerade, was Wetter und Preise für einen Landwirt ganz konkret bedeuten. Wir haben deshalb einen Erzeuger aus Stein bei der Ernte begleitet.
Zwei Hektar Kartoffeln. Für Christian Bauer bedeutet das: Arbeit bei Wind und Wetter. Der 32-Jährige bewirtschaftet den Gutzberger Hof seines Großvaters bei Stein seit 2016. Die aktuelle Trockenheit und die Preise machen ihm in diesem Jahr bei seinen Erdäpfeln zu schaffen. Der aktuelle Regen helfe da nur wenig. Jede Knolle könne sich jedoch unterschiedlich auf Verhältnisse einstellen. Auch deshalb baut der Agrar-Betriebswirt derzeit etwa fünf verschiedene Sorten Kartoffeln an. Dennoch seien in diesem Jahr viel mehr Pflanzen bereits vor der Ernte verdorrt als sonst.
Wie unterschiedlich eine Kartoffelernte ausfallen kann, zeigt der Blick auf das vergangene Jahr: 2025 holten laut Statistischem Landesamt die Landwirte in Mittelfranken im Schnitt rund 42 Tonnen Kartoffeln pro Hektar aus dem Boden. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 39 Tonnen – ein Plus von rund achteinhalb Prozent. Auch bayernweit legten die Erträge deutlich zu: von rund 42 auf knapp 46 Tonnen pro Hektar. Wie Bauers Ernte in diesem Jahr ausfällt, wird sich erst nach Abschluss der Ernte zeigen. Das Risiko verteilt der 32-Jährige deshalb bewusst: Auf seinen Feldern wachsen nicht nur Kartoffeln. Trotz der Trockenheit und seines Verlustes: Um seine Erdäpfel macht er sich keine Sorgen. Das sorgt auch für eine wirtschaftliche Sicherheit von Christian Bauer selbst, trotz aller Probleme. So kann er den über 250 Jahre alten Hof in Stein mit seiner Familie weiterführen.