Di., 11.11.2025 , 11:58 Uhr

Über 500 Jahre Tradition: Germanische Nationalmuseum widmet Schembartläufen Austellung

11.11. Um 11 Uhr 11 – Nicht nur Faschingsfans wissen bei diesem Datum sofort Bescheid. Die sogenannte fünfte Jahreszeit startet auch in Mittelfranken. Faschingsumzüge sind ein fester Bestandteil im Festkalender von Närrinnen und Narren – egal ob in der Großstadt oder Marktgemeinde. In Nürnberg haben diese Umzüge eine Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Germanische Nationalmuseum hat den Umzügen zum Stadtjubiläum in diesem Jahr eine Ausstellung gewidmet.  

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk zum Jubiläum

Johannes Pommeranz arbeitet seit 1998 im Germanischen Nationalmuseum. Der Bibliotheksleiter hat vor 2,5 Jahren mit der Erforschung der Nürnberger Schembartläufe begonnen. Mit Anne Sowodniok hat er die Ausstellung kuratiert – als Geschenk zum 975-jährigen Stadtjubiläum. Für seine letzte Ausstellung hat er sich ein Nürnberger Thema ausgesucht. Zum Start der Session am 11.11. ist auch im Museum Eröffnung. Neben der Ausstellung digitalisieren Forscherinnen und Forscher der Universität Heidelberg die weltweit etwa 100 historischen Bücher zu den Schembartläufen. Die Umzüge sind besser dokumentiert als der Christkindlesmarkt. Die breite Überlieferung zeigt: Nürnbergs Kultur ist im 15. Jahrhundert ein echter Exportschlager. 

Kultur und Tradition als Politikum

In der Noris haben diese Umzüge eine Tradition von fast 600 Jahren. Masken, Kostüme und Motivwagen: das gehörte damals wie heute dazu. Aber auch über die Verhältnisse in Nürnberg selbst erzählt die Ausstellung. Die Stadt regelt nämlich alles sehr genau. Jedes Jahr gibt es ein neues, einheitliches Kostüm. Masken tragen dürfen eigentlich nur Patrizier. Für die Veranstaltung kann sich die Bevölkerung bei der Stadt dieses Recht erkaufen. Die steigende Beliebtheit der Züge treibt den Preis. Außerdem sollen durch den Rollentausch zwischen Herrschern und Beherrschten die Machtverhätnisse stabil bleiben. Nach etwa 90 Jahren verläuft sich die Tradition. Nürnberg ist jetzt evangelisch. Feiern und Fasten haben keinen Platz mehr. Erst durch den Historismus kommt der Fasching wieder zurück in die Stadt – bis heute. Bis zum Faschingssonntag den 15.02. können alle Interessierten in der letzten Ausstellung von Johannes Pommeranz und Anne Sowodniok diese Geschichte der Nürnberger Fastnacht erleben. 

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