Mi., 01.10.2025 , 16:39 Uhr

Unsichtbare Kämpfe: Der Weg raus aus der Essstörung 

Essstörungen sind längst kein Randphänomen mehr. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2023 rund 12.100 Menschen wegen Essstörungen stationär behandelt, fast die Hälfte davon waren Mädchen und junge Frauen zwischen 10 und 17 Jahren. Diese Zahl hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Frühe Hilfe ist wichtig, allerdings bleiben Essstörungen manchmal auch unsichtbar. Genau wie bei Rhona Schmidt. Sie kann inzwischen offen über ihren Weg raus aus der Essstörung sprechen. Wir haben die 24-Jährige in Nürnberg getroffen. Rhona Schmidt war Leistungssportlerin im Kugelstoßen. Wurde auch in den Leichtathletik Bundeskader aufgenommen. Inzwischen spielen diese Sportart und Bilder von damals keine Rolle mehr in ihrem Leben. Der Leistungssport: Zwar nicht der alleinige Auslöser für ihre Essstörung, aber auch ein Grund. 

Enttabuisierung von Essstörungen bei Beratungsstellen

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung war für Rhona die professionelle Beratung. In Nürnberg bietet die Fachberatungsstelle dick und dünn e.V. Hilfe für Betroffene und Angehörige. Rund 1.000 Menschen suchen dort jedes Jahr erstmals Hilfe. Neben Einzelberatung und Gesprächsrunden bietet die Fachberatung auch eine kostenfreie Online-Beratung an. Gerade bei jungen Menschen nehmen Essstörungen zu. Oft suchen Betroffene allerdings erst viel zu spät Hilfe. 

Über die Fachberatung ist auch Rhona zu ihrer Therapeutin gekommen. Nach einem Jahr Beratung und drei Jahren Therapie sagt sie von sich selbst: ich bin gesund. Therapie und Fachberatung haben ihr geholfen, raus aus der Ess-Brech-Sucht zu kommen. Inzwischen studiert die 24-Jährige, geht ins Fitnessstudio, trifft sich mit Freundinnen. Die Erkrankung hat keinen Einfluss mehr auf ihren Alltag.  

 

Beratungsstelle Bulemie Ess-Brech-Sucht Essstörung Fachberatung Fachberatung bei Essstörungen dick und dünn Nürnberg e.V. Hilfe Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit Uniklinikum Erlangen

Das könnte Dich auch interessieren

26.02.2026 02:39 Min Sparkurs statt Sprachkurs: Was die Kürzungen für Geflüchtete bedeuten Integration ist in Deutschland seit der Flüchtlingskrise ein zentrales Thema. Wie gelingt es, Hunderttausenden Menschen unsere Kultur – vor allem aber unsere Sprache – näherzubringen? Denn Sprache ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein selbstständiges und erfolgreiches Leben in Deutschland. Große Hoffnung setzen viele dabei in Sprachkurse. Doch genau hier soll nun bundesweit gespart werden. 09.02.2026 02:35 Min Fachkräfte gesucht: Wie Geflüchtete aus der Ukraine Deutschlands Wirtschaft stärken Die Zuwanderung nach Deutschland nimmt ab. Während im Jahr 2024 noch rund 1,6 Millionen Menschen nach Deutschland kamen, verließen seitdem etwa 1,2 Millionen das Land wieder. Für die deutsche Wirtschaft hat das spürbare Folgen: Schon seit Jahren fehlen hunderttausende Fachkräfte.  Um dem entgegenzuwirken, startete im Juli 2023 in Nürnberg das Pilotprojekt „talentnavigator.ukraine“. Ziel ist es, geflüchtete 02.02.2026 02:39 Min Psychisch am Limit: Wenn Kinder monatelang auf Hilfe warten Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen in Deutschland weiter zu. Über 112.000 Zehn- bis 19-Jährige mussten zuletzt deshalb im Krankenhaus behandelt werden – und die Zahlen steigen weiter. Viele Kinder- und Jugendpsychiatrien kommen dabei an ihre Grenzen. Wartezeiten von mehreren Monaten auf einen Therapieplatz sind inzwischen keine Ausnahme mehr. Die Kinderpsychiatrie im Uniklinikum Erlangen. 14.01.2026 02:40 Min Kälte, Hunger, Hilfe: Alltag in der Nürnberger Wärmestube Schnee, Eis und Minusgrade – der Winter zeigt sich gerade von seiner kalten Seite. Während viele von uns sich einfach in die warme Wohnung zurückziehen können, ist das für rund 2.600 obdachlose Menschen in Nürnberg keine Option. Gerade jetzt sind sie auf Hilfe angewiesen – zum Beispiel auf die Wärmestube Nürnberg.   Mittagszeit in der Wärmestube