Die Durchschnittsnote in den drei Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht entscheidet, auf welche weiterführende Schule die Grundschülerinnen und Grundschüler in Bayern gehen dürfen. Wie jedes Jahr am ersten Schultag im Mai erhalten die Kinder Gewissheit über diese richtungsweisende Entscheidung. Denn am heutigen 4. Mai wurden in den Grundschulen die Übertrittszeugnisse verteilt. Damit endet für viele eine wochenlange Phase voller Ungewissheit und vor allem Leistungsdruck. Dabei ist die Praxis des sogenannten Grundschul-Abiturs höchst umstritten.
Welche Schule besuche ich nach der Grundschule? Dass diese Entscheidung nach vier Schuljahren fällt, ist nicht pädagogisch begründet. Es ist ein historischer Kompromiss bei der Schulreform der Weimarer Republik. Und auch heute noch geht der überwiegende Teil Deutschlands diesen Weg – im Gegensatz zu vielen anderen Industrienationen.
Die frühe und folgenreiche Entscheidung erzeugt bei den Viertklässlerinnen und Viertklässlern einen enormen Leistungsdruck. Auch weil häufig Eltern mit der Situation überfordert sind. Kinder reagieren auf Stress unter anderem mit Schlafstörungen, Übelkeit, Kopf- oder Bauchschmerzen.
Die Statistik zeigt, dass es deutliche Unterschiede in Bayern gibt. Auf das Gymnasium traten in Mittelfranken im Jahr 2025 41,8 Prozent der Grundschüler über. In Niederbayern waren es hingegen nur 30,4 Prozent der Kinder.
Andreas Rose ist beim sogenannten Grundschul-Abitur aber vor allem eines wichtig:
Die Entscheidung für Gymnasium, Real- oder Mittelschule ist keine Frage der Gesundheit. Und sie soll laut Andreas Rose auch keine werden.