Fürth gilt seit 2006 offiziell als Denkmalstadt. Der Titel kommt nicht von ungefähr: Die Stadt zählt zu den sechs besterhaltenen historischen Großstädten Deutschlands – neben Leipzig, Dresden, Regensburg, Heidelberg und Oldenburg. Ganze 17,84 Denkmäler pro 1.000 Einwohner gibt es hier. Eines davon steht in der Königstraße 130. Doch genau dieses denkmalgeschützte Wohnhaus steht seit Jahren leer. Das soll sich jetzt ändern: In dem Gebäude sollen künftig wieder 13 Wohnungen entstehen.
Mitten in der Fürther Innenstadt steht das rund 1.000 Quadratmeter große Haus. Erbaut wurde es bereits 1826 und hat den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Früher befanden sich hier nicht nur Wohnungen, sondern auch ein Laden für „Haute und Fälle“. Heute erinnert daran eigentlich nur noch der alte Schriftzug an der Fassade.
Für Andreas Labs ist das Haus ein echtes Herzensprojekt. Er möchte dem Gebäude neues Leben einhauchen und sanieren.
Vor allem im Hinterhof tut sich einiges: Auf den Dächern der bestehenden Garagen sollen zwei neue Gebäude entstehen. Überraschend für Andreas Labs waren vor allem die Zustände im Inneren. Während einige Wohnungen komplett mit Gerümpel vollgestellt sind, wirkt eine Wohnung im dritten Stock fast so, als sei die Zeit stehen geblieben. Möbel aus den 1950er- und 1960er-Jahren zeigen, wie hier früher gewohnt wurde.
Obwohl das Haus schon lange sanierungsbedürftig ist, zog der letzte Bewohner erst im Dezember aus. Für Andreas Labs ist es besonders wichtig, möglichst viel vom Originalzustand zu erhalten. Alte Fassaden, Details in den Wohnungen oder auch das Treppenhaus sollen bleiben und in das neue Konzept integriert werden.
Wie das Ergebnis einmal aussehen könnte, zeigt ein Vorzeigeprojekt direkt gegenüber. Im ehemaligen Pfarrhaus wurde die historische Deckenfassade aufwendig restauriert und erstrahlt heute wieder in ihrem alten Glanz. Eineinhalb dauert es, bis das Gebäude in der Königsstraße 130 seine Türen für neue Bewohner öffnet.