Die Bundesregierung hat eine BAföG-Reform beschlossen: Studierende sollen künftig mehr Geld bekommen, gleichzeitig soll die Bürokratie bei der Antragstellung abgebaut werden. Doch angesichts steigender Lebenshaltungskosten reichen die geplanten Änderungen vielen nicht aus. Wir haben einen Studenten der FAU Erlangen-Nürnberg besucht, der seit Beginn seines Studiums BAföG bezieht – und geschaut, was die Reform für ihn bedeutet.
Seit drei Jahren studiert Niklas Blinten an der FAU. Trotz BAföG und Teilzeitjob kann er sich seine WG-Unterkunft kaum leisten.
Dabei sollte gerade das BAföG junge Menschen während ihres Studiums finanziell ausreichend entlasten. Stattdessen seien viele Studierende stark armutsgefährdet – und auch die angekündigten Reformen können die aktuelle Lage kurzfristig nicht verbessern.
Standardisierte Wohnpauschale an vielen Orten deutlich zu gering
Erst ab dem Sommersemester 2027 erhöht sich die Wohnpauschale um 15 Prozent auf 440 Euro im Monat – ein Betrag, der im Erlanger Stadtgebiet aber kaum ausreicht.
Neben der Wohnpauschale steigt der BAföG-Bedarfssatz schrittweise auf 563 Euro an. Das Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg begrüßt diesen Schritt, hat aber einen großen Kritikpunkt: mit der kompletten Umsetzung der Reform ist erst in drei Jahren zu rechnen, eine steigende Inflation bis dahin würde jedoch nicht berücksichtigt.
Steigende Lebenshaltungskosten werden kaum berücksichtigt
Ein weiteres Problem: Durch einen allgemeinen BAföG-Betrag werden lokale Unterschiede bei den Wohnkosten kaum berücksichtigt. Niklas hätte sich aber nicht nur deswegen mehr Unterstützung vonseiten der Politik gewünscht.
Aktuell fällt die finanzielle Unterstützung für Niklas sogar aus. Durch Bürokratiestau wartet er bereits seit Oktober auf die nächste BAföG-Auszahlung. Seine Kosten laufen aber parallel weiter – und werden ihn auch nach den Reformen kaum finanziell entlasten können.