Die Jahre des Wirtschaftswunders waren auch die Hochzeiten des Versandhandels. Einer der ganz großen Händler damals: Quelle. An der Fürther Straße in Nürnberg baute der Konzern deshalb eine Firmenzentrale mit gewaltigen Dimensionen. Doch mit dem Internet verloren Quelle und der berühmte Katalog zunehmend an Bedeutung. Auf Insolvenz folgte Leerstand am Firmensitz. Der findet nun aber ein Ende – denn in das Areal zieht wieder Leben ein.
Nach dem Berliner Flughafen Tempelhof war das Nürnberger Quellegebäude in der Fürther Straße das zweitgrößte leerstehende Bauwerk in Deutschland. Doch das ist Vergangenheit: Jetzt bezieht auch die Stadt Nürnberg Teile des Gebäudes. Aus dem Quelleareal ist das Projekt „The Q“ geworden. Aus tausenden Quadratmetern leeren Flächen entstand etwas Neues.
Das Jugendamt zieht am 11.November ein; unter anderem das Amt für Migration, der Stab Wohnen und auch ein Schulungszentrum werden folgen. Das Besondere: Feste Arbeitsplätze gibt es nicht mehr. Die Angestellten dürfen frei wählen. Auf 10 Menschen kommen 7 Plätze – denn immer mehr Personal arbeitet von zuhause aus. Ein erster Testlauf im Gebäude lief bereits erfolgreich.
20 Millionen Euro hat Nürnberg dafür in die Ausstattung investiert. Die Flächen hingegen sind angemietet. Doch nicht alles war einfach.
In Sachen Digitalisierung leistet der Umzug bei den Ämtern auch Vorschub. Denn im Stadthaus Q gibt es keinen Platz für Aktenschränke. Die sind nämlich zumindest für den neuen Standort ein Relikt aus vergangenen Zeiten – ebenso wie der Quellekatalog.