Laut Deutscher-Lebensrettungsgesellschaft haben im Jahr 2025 30.000 Menschen in Bayern einen Schwimmkurs besucht. Damit liegt der Freistaat bundesweit im Mittelfeld. Es fehlt an Schwimmlehrerinnen und – lehrern, Schwimmunterricht an Schulen oder offene Freibäder. Schwimmkurse haben lange Wartelisten. Die Folge: 60% Prozent aller bayerischen Grundschulkinder können laut Staatsregierung nicht richtig schwimmen. Das neue Volksbad in Nürnberg soll die Situation in der Noris verbessern.
Für Christian Vogel war es ein emotionaler Moment. Seit 2016 hat er als zuständiger Bürgermeister die Renovierung des Volksbades in Nürnberg begleitet. Jetzt hat er seinen letzten offiziellen Termin an der Baustelle. Denn nach der Kommunalwahl 2026 läuft die Amtsübergabe an seinen mutmaßlichen Nachfolger Andreas Krieglstein.
Für den neuen Herren der Nürnberger Bäder werden die kommenden Monate an der Rothenburger Straße spannend. Das neugebaute Lehrschwimmbad hat seinen Dichtheitstest schon hinter sich. Dem Schulschwimmbecken im historischen Teil steht der 14-tägige Test noch bevor. Beide Hallen sollen den Nürnberger Schulen die Möglichkeit geben, Schwimmunterricht anzubieten, so Helmut Blaß von der Stadt Nürnberg. Den Bedarf wird das jedoch nicht komplett decken können. Dennoch soll das Schulschwimmbad ein echtes Multitalent werden – auch auf dem Trockenen.
Bis dort Konzerte oder andere Veranstaltungen stattfinden wird es noch bis 2027 dauern. Ursprünglich hätte das Bad im April 2026 öffnen sollen. Außerdem wird das Projekt nach aktuellen Berechnungen 70 Millionen Euro kosten. Ursprünglich waren es 55 Millionen Euro. Da es keine weiteren Zuschüsse gibt, muss die Stadt das Bad durch Ticketverkäufe refinanzieren, so der Bürgermeister. Damit Christian Vogel und alle Nürnberger Badefans ab 2027 im neuen Volksbad ihre Bahnen ziehen können.