Durch den Klimawandel steigt weltweit das Waldbrandrisiko – auch bei uns in der Region. Ende April 2025 war ein großes Waldstück im Tennenloher Forst zwischen Erlangen und Nürnberg in Brand geraten. Die Löscharbeiten dauerten Wochen. Vielleicht hätte sich das Ausmaß des Brandes begrenzen lassen, wenn das Feuer früher erkannt worden wäre. An einer Möglichkeit zur frühen Waldbranderkennung arbeitet das Fraunhofer-Institut in Erlangen.
Waldbrandübung bei der Feuerwehr Erlangen. Ein Bodenfeuer droht auf die Stämme überzugreifen, die Rauchentwicklung ist stark.
Dieser Sommer zeigt, wie gefährlich und vor allem real dieses Szenario ist: Etwa alle drei Tage muss die Erlanger Feuerwehr wegen eines Wald- oder Vegetationsbrandes ausrücken.
Genau an diesem Punkt setzt das Fraunhofer-Institut an. Auf einem alten Wasserturm in Marloffstein läuft seit Juni ein KI-gestütztes Frühwarnsystem zur Waldbranderkennung im Testbetrieb.
Korrekt ausgerichtet übermittelt die Richtfunkstrecke Daten an das Fraunhofer-Institut. Eine KI analysiert die Bilder der Kamera und erkennt mögliche Rauchentwicklungen. Private Bereiche und Gehwege werden dabei geschwärzt.
Rund 4.000 Euro betragen die technischen Kosten für dieses System zur Brandfrüherkennung. Der Tennenloher Forst zählt aufgrund seiner trockenen Nadelwälder zu den besonders brandgefährdeten Regionen Bayerns.
Jetzt muss die KI zunächst lernen, Störfaktoren wie Wolken, Nebel oder Staub zuverlässig auszublenden. Aktuell werden die Meldungen deshalb noch von einem Menschen überprüft, bevor sie an die Leitstelle weitergegeben werden. Nach Abschluss der Testphase soll dieser Schritt entfallen.
Künftig soll das Frühwarnsystem dazu beitragen, dass die Feuerwehren in Erlangen bei einem Waldbrand noch schneller reagieren können. Mit regelmäßigen Übungen wie dieser bereiten sie sich zusätzlich auf den Ernstfall vor.