Für viele Menschen ist die Corona-Pandemie längst Vergangenheit. Bei einem Teil der Betroffenen wirken die Folgen einer Infektion jedoch bis heute nach. Anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder andere Beschwerden schränken den Alltag oft erheblich ein. Im Post-Covid-Zentrum des Uniklinikums Erlangen setzt man deshalb auf einen besonderen Behandlungsansatz: Neben der medizinischen Versorgung kann auch eine stationäre Psychotherapie Teil der Behandlung sein.
Die Psychotherapie soll nicht die körperlichen Symptome von Post Covid heilen. Stattdessen lernen die Patientinnen und Patienten, ihre Kräfte besser einzuteilen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und ihren Alltag an die Erkrankung anzupassen. Mehr als 100 Betroffene haben das fünfwöchige stationäre Programm in Erlangen inzwischen durchlaufen. Begleitend untersucht das Team wissenschaftlich, wie wirksam die multimodale Therapie ist.
Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet die Behandlung keine vollständige Genesung, aber einen neuen Umgang mit ihrer Erkrankung. Sie gewinnen Sicherheit im Alltag und lernen, ihre eigenen Ressourcen besser einzuschätzen. Die Erfahrungen aus Erlangen zeigen: Auch wenn es bislang kein Heilmittel gegen Post Covid gibt, kann eine gezielte Unterstützung dazu beitragen, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.