Di., 19.08.2025 , 16:11 Uhr

Wenn Eltern sich trennen: Wie Ehrenamtliche einen begleiteten Umgang für Kinder und Eltern möglich machen

In Bayern sind jedes Jahr tausende Kinder von Trennungen betroffen – allein 2024 waren es über 16.000 Scheidungskinder unter 18 Jahren. Doch die Dunkelziffer ist höher: Auch unverheiratete Paare trennen sich, und ihre Kinder tauchen in keiner Statistik auf. Gerade in schwierigen Fällen brauchen Familien Unterstützung, etwa beim Umgangsrecht. Hier kommen Ehrenamtliche wie die vom Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit (ISKA) in Nürnberg ins Spiel. Ihre Aufgabe: den sogenannten „Begleiteten Umgang“ ermöglichen und beobachten.

Ein sicherer Rahmen für gemeinsame Zeit

Ein Beispiel: Die zweijährige Adryana freut sich auf ein Treffen mit ihrem Papa Danny. Die Eltern leben getrennt, Mama Vicky hat das Sorgerecht. Doch über das Jugendamt hat Danny einen Antrag gestellt, um seine Tochter regelmäßig sehen zu können, mit Unterstützung durch eine Umgangsbegleitung. Winfried, ein erfahrener Ehrenamtlicher, begleitet das Treffen. Er sorgt dafür, dass die Begegnung für alle Beteiligten sicher und entspannt verläuft.

Ehrenamt mit Herz und Verantwortung

Fast 80 solcher Fälle betreuten die Ehrenamtlichen der Fachstelle Umgangskontakte in Nürnberg allein im letzten Jahr. Rund 20 Freiwillige engagieren sich dort, doch die Nachfrage ist deutlich höher. Die Wartelisten sind lang. Im Schnitt dauert ein Fall etwa vier Monate, manchmal auch länger. Die Ehrenamtlichen beobachten, dokumentieren und geben den Eltern Raum, sich auf das Kind zu konzentrieren. Denn jedes Kind hat ein Recht auf beide Eltern.

Neue Perspektiven für getrennte Familien

Adryana und ihre Eltern haben die regelmäßigen Treffen mit ihrer Umgangsbegleitung bereits hinter sich. Daraus haben vor allem ihre Eltern viel gelernt. Inzwischen sieht die Kleine ihren Papa regelmäßig immer samstags. In Zukunft können sich aber alle drei auch weitere Treffen vorstellen. 

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