Pflegefachkraft – ein Beruf, der viel Ausdauer, Empathie und Willensstärke verlangt. Dennoch gilt er bei vielen jungen Menschen als eher unattraktiv. Dabei wird Pflegepersonal in Deutschland dringend gebraucht: Laut einer Studie des Statistisches Bundesamt könnten bis 2034 rund 350.000 Pflegekräfte fehlen, bis 2049 sogar etwa 690.000. Afeen Kaede ist Pflegefachfrau im zweiten Lehrjahr am Klinikum Nürnberg. Für sie steht fest: Der Beruf passt genau zu ihr. Wie der Alltag in der Ausbildung wirklich aussieht, haben wir uns genauer angeschaut – und sie einen Tag lang begleitet.
14:00 Uhr – Schichtbeginn.
Afeen Kaede bekommt von ihrer Kollegin Erna Aliu alle wichtigen Informationen für den anstehenden Dienst übermittelt.
Diese Übergabe gehört zum festen Ablauf vor jeder Schicht. Nur so können die Pflegekräfte genau nachvollziehen, wie es den Patientinnen und Patienten geht und welche Aufgaben anstehen. An der Akademie Klinikum Nürnberg gibt es rund 400 Auszubildende in der Pflege. Eine von ihnen ist Afeen Kaede. Sie ist bereits im zweiten Lehrjahr und auf der Überwachungsstation für Neugeborene eingesetzt.
Hier findet außerdem jedes Jahr ein besonderer Rollentausch statt: Für zwei Wochen übernehmen Auszubildende Aufgaben der Stationsleitung. So bekommen sie früh mehr Verantwortung und Einblicke in organisatorische Abläufe. Auch Afeen kann dadurch stärker eigenständig arbeiten – und sich intensiver um „ihre“ Patientinnen und Patienten kümmern. So wie heute bei der Familie Bischoff.
Heute stehen Windeln wechseln und Gesundheitschecks an. Die beiden Zwillinge der Familie kamen rund acht Wochen zu früh zur Welt – ein großer Schreck für die Eltern Benjamin und Nina. Trotzdem sind sie mit dem Verlauf der Geburt sehr zufrieden.
Noch etwa zwei Wochen müssen die Zwillinge im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit werden ihre Werte rund um die Uhr überwacht. Für Auszubildende kann das schnell stressig werden. Doch für Afeen Kaede ist die Arbeit genau das Richtige.
Ihre Schicht geht heute noch bis 22 Uhr. Bis dahin müssen Dokumentationen erledigt und weitere Patientinnen und Patienten versorgt werden. Für ihre Zukunft hat Afeen schon ein klares Ziel: Nach der Ausbildung möchte sie einmal selbst Schichtleitung werden.