Ungewöhnlicher Einsatz letzte Woche am Plärrer in Nürnberg: Industrie-Taucher tauchen 7 Meter tief in eine Baugrube der n-ergie. Sie bereiten die Betonwände in der Grube mit einem Höchstdruck-Wasserstrahler so vor, dass eine Bodenplatte darauf gegossen werden kann. Denn bereits seit April wird hier das Hochspannungsnetz erneuert und verstärkt. In den nächsten Jahren wird der Plärrer dann komplett umgestaltet – Das ist dringend notwendig, denn der Verkehrsknotenpunkt aus den 70er Jahren hat einige Probleme.
Die Bürgerinnen und Bürger bei der Umgestaltung mitnehmen, genau das will auch die Infoveranstaltung zur Umgestaltung des Plärrers letzte Woche im Haus der Wirtschaft der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Dort sprechen die Planerinnen und Planer über die Umgestaltung des Plärrers – und darüber, warum diese nötig ist.
In den letzten 40 Jahren hat sich der Autoverkehr in die Altstadt halbiert. Daran soll der Plärrer jetzt angepasst werden – mit dem Fokus auf Radverkehr und ÖPNV. Die Straßenbahnen und Busse etwa bekommen ein komplett neues Betriebskonzept.
Für Autofahrerinnen und –fahrer soll es nach der Umgestaltung keine Einschränkungen geben. Die Jahre der Umgestaltung werden verkehrstechnisch und gesamtplanerisch aber eine Herausforderung.
Nach dem Umbau soll der Plärrer vor allem auch mehr Aufenthaltsqualität und Grün bieten. Es soll unter anderem eine Spielfläche geben und ein Café. Insgesamt 3.000 Quadratmeter werden hier außerdem entsiegelt, damit Wasser leichter versickern kann. Rund 100 neue Bäume sollen zusätzlich gepflanzt werden. Aber nicht nur mehr Grün soll zur Aufenthaltsqualität beitragen, sondern auch das neue Funktionsgebäude.
Über 67 Millionen Euro soll die Umgestaltung des Plärrers insgesamt kosten, mehr als die Hälfte tragen Bund und Freistaat sowie die VAG. Die Arbeiten starten nächstes Jahr und sollen bis 2031 final abgeschlossen sein. Vielleicht braucht es bis dahin noch einmal Taucher, die unter Wasser in einer Baugrube arbeiten.