Do., 26.02.2026 , 17:11 Uhr

Wirtschaftliche Zwischenbilanz: Ein Jahr Bundesregierung zwischen Großprojekten und gebrochenen Versprechen

Mehr Investitionen, stabile Rente, Rückenwind für die Wirtschaft – mit großen Versprechen ist die neue Bundesregierung vor einem Jahr gestartet. Seitdem sind Milliarden geflossen, Reformpakete geschnürt und Gesetze im Eiltempo geändert worden. Doch nicht jedes Wahlversprechen hat lange gehalten – die Schuldenbremse zum Beispiel war schnell Geschichte. Was ist also geblieben von den großen Plänen? Zeit für eine wirtschaftliche Zwischenbilanz.  

Das sagt Wirtschaftsexperte Christian Merkl von der FAU nach einem Jahr der aktuellen Bundesregierung. In dem vergangenen Jahr war wirtschaftspolitisch einiges los. Für Klimafonds, Energiewende und auch Verteidigungsausgaben wurde die Schuldenbremse gelockert, obwohl das Wahlversprechen anders war. Trotzdem liegt Deutschlands Staatsschuldenquote deutlich unter der von Frankreich – Spielräume wären also vorhanden.   

Gleichzeitig hält die Regierung an stabilen Renten fest. Die sogenannte Haltelinie soll das Rentenniveau bis 2031 bei mindestens 48 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns sichern. Nach Schätzungen von Christian Merkl kostet das jedes Jahr Milliarden von Euro.   

Beim ehemaligen Bürgergeld – der heutigen Grundsicherung – setzt die Regierung wieder stärker auf Sanktionen bei Pflichtverletzungen. Die finanziellen Effekte dürfen allerdings überschaubar bleiben. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt angespannt.   

Im Sozialstaat könnte sich einiges ändern: Eine Kommission hat vorgeschlagen das Wirrwarr aus über 500 Leistungen zu vereinfachen. Weniger Bürokratie, weniger Kosten – und mehr Durchblick für die, die Unterstützung brauchen. Die Umsetzung würde allerdings mehrere Jahre dauern, so Christian Merkl.   

Bürgergeld Bürokratie Christian Merkl Energiewende FAU Franken Franken Fernsehen Grundsicherung Haltelinie Kosten Milliarden Mittelfranken Regierung Rente Rentenreform Schulden Schuldenbremse Sozialstaat Wirtschaft Wirtschaftspolitisch

Das könnte Dich auch interessieren

17.08.2026 03:09 Min Viele bleiben armutsgefährdet: auch BAföG-Reform kann Studierende finanziell kaum entlasten Die Bundesregierung hat eine BAföG-Reform beschlossen: Studierende sollen künftig mehr Geld bekommen, gleichzeitig soll die Bürokratie bei der Antragstellung abgebaut werden. Doch angesichts steigender Lebenshaltungskosten reichen die geplanten Änderungen vielen nicht aus. Wir haben einen Studenten der FAU Erlangen-Nürnberg besucht, der seit Beginn seines Studiums BAföG bezieht – und geschaut, was die Reform für ihn bedeutet.  Seit drei Jahren 19.06.2026 02:44 Min Bürokratie, Kosten, Fachkräftemangel: Familienunternehmer sehen dringenden Reformbedarf Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt. Für 2026 rechnet die Bundesregierung lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und eine schwache Industriekonjunktur belasten viele Unternehmen. Besonders Familienunternehmer spüren die Auswirkungen im täglichen Geschäft. Beim 15. Bayerischen Familienunternehmer-Kongress in Nürnberg kamen rund 200 Unternehmer aus ganz Bayern zusammen, um mit Vertretern 25.08.2026 12:01 Min Talk Spezial: Alternsforscher Frieder Lang über die Chancen des Älterwerdens Deutschland wird älter – und damit wachsen Herausforderungen für Rente, Arbeitsmarkt und gesellschaftliches Zusammenleben. Doch Alternsforscher Frieder Lang von der FAU sieht im demographischen Wandel auch große Chancen. Im Franken Fernsehen Spezial geht es um die Angst vor dem Älterwerden, Longevity, Einsamkeit und die Frage, was ein langes Leben zu einem guten Leben macht. 01.07.2026 00:51 Min Bürgergeld heißt jetzt Grundsicherung: Linke prüfen Verfassungsklage Ab dem 01. Juli wird aus dem Bürgergeld der Ampel-Regierung die Grundsicherung für Arbeitssuchende. Der Bundestag hat die Änderung im Herbst 2023 und der Bundesrat im letzten März beschlossen. Die Bundesregierung will die Betroffenen schneller auf den Arbeitsmarkt bringen, das Ausnutzen der Sozialleistung schneller sanktionieren und das Wohngeld stärker begrenzen. Einen festen Betrag als neue Grundsicherung für Empfängerinnen und Empfänger