Hitze kann tödlich sein. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass in Bayern in diesem Sommer bis Anfang August bereits rund 1.760 Menschen hitzebedingt gestorben sind. Besonders gefährdet sind Menschen, die der Hitze kaum ausweichen können. Mehr als 40.000 Wohnungslose waren Anfang des Jahres in Bayern offiziell untergebracht. Wer ganz ohne Unterkunft auf der Straße lebt, wird dabei noch nicht einmal mitgezählt. In Nürnberg bringt die Hitze deshalb auch Hilfseinrichtungen an ihre Grenzen.
Einer der ersten Handgriffe am Morgen: für Abkühlung sorgen. Noch bevor die ersten Gäste kommen, schaltet Manuela Bauer die Klimaanlage ein. Sie leitet die Ökumenische Wärmestube in Nürnberg. Ein Ort, der eigentlich vor allem mit kalten Wintertagen verbunden wird. Doch inzwischen muss Bauer ihre Einrichtung auch auf extreme Hitze vorbereiten. Früher konnte sie mit ihrem Team im Sommer etwas durchatmen. Nach den arbeitsreichen Wintermonaten kamen weniger Menschen in die Wärmestube. Doch diese Erholung gibt es kaum noch. An heißen Tagen kommen inzwischen etwa doppelt so viele Menschen wie früher im Sommer. Zahlen, die Bauer sonst eher aus den Wintermonaten kennt.
Wer keinen eigenen Rückzugsort hat, kann der Hitze dagegen oft überhaupt nicht entkommen. Das erleben auch die Verkäuferinnen und Verkäufer von Sasha Grünewald. Mit ihrem Team ist sie für das Sozialmagazin Straßenkreuzer verantwortlich. Viele verbringen Stunden draußen, so Grünewald. Die aktuelle Situation mache die Verkäuferinnen und Verkäufern aber auch erfinderisch. Zurück zu Manuela Bauer: Auch den Hinterhof hat sie mit ihrem Team zu einem geschützten Ort für heiße Tage gemacht. So sollen Besucherinnen und Besucher aber auch ihr Team gut durch die Hitzephasen kommen. Und Bauer weiß: Die nächste Hitzewelle kommt und damit die Aufgabe, einen Ort, der bisher vor Kälte schützen sollte, auch bei Hitze offen zu halten.