Do., 30.04.2026 , 17:36 Uhr

Zu Besuch bei den Dambacher Werkstätten: Inklusion im Arbeitsalltag

1964 wurden in Fürth die Dambacher Werkstätten der Lebenshilfe Fürth gegründet. Sie sind bis heute eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung – ein Ort, an dem Arbeit mehr bedeutet als reine Beschäftigung. Es geht um Teilhabe, um Struktur im Alltag und darum, eigene Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln.

In verschiedenen Arbeitsbereichen – von Produktion über Dienstleistung bis hin zur Lebensmittelherstellung – finden die Beschäftigten hier ihren Platz. Begleitet von Fachkräften werden sie individuell gefördert, Schritt für Schritt an mehr Selbstständigkeit herangeführt und, wenn möglich, auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet.

Ein besonders lebendiger Bereich ist die Genussgruppe. Hier entstehen nicht nur Lebensmittel, sondern auch Gemeinschaft. Gerade wird für den Muttertag gebacken. Zwischen Mehl, Butter und Honig steht Merlin an seinem Arbeitsplatz. Er ist 27 Jahre alt, kommt aus Neustadt an der Aisch und arbeitet seit 2020 im Gastrobereich der Werkstatt.

Das Backen der Bienenplätzchen ist für ihn mehr als eine Aufgabe. Es ist Teamarbeit. Jeder Handgriff sitzt, Abläufe greifen ineinander. Aktionen wie diese stärken den Zusammenhalt – etwas, das im Alltag der Werkstätten eine große Rolle spielt. Denn Arbeit bedeutet hier auch Begegnung, Austausch und soziale Nähe.

Für Merlin ist dieser Ort längst mehr geworden als ein Arbeitsplatz. Er hat hier Freunde gefunden, fühlt sich als Teil einer Gemeinschaft. Gleichzeitig ist die Werkstatt für ihn ein Sprungbrett: Als einer von 19 Beschäftigten arbeitet er regelmäßig auf einem Außenarbeitsplatz im Ludwigskaffee Nürnberg. Dort erlebt er den direkten Kontakt mit Gästen – ein wichtiger Schritt in Richtung Arbeitsmarkt.

Zurück in der Backstube fehlt den Plätzchen nur noch der letzte Schliff: ein Hauch Honig. Dann sind sie bereit für den Verkauf – pünktlich zum Muttertag am 8. Mai.

Was hier entsteht, ist also mehr als nur Gebäck. Es sind kleine Schritte in Richtung Selbstständigkeit – und ein sichtbares Zeichen dafür, wie Inklusion im Alltag gelingen kann.

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