Di., 21.07.2026 , 17:32 Uhr

Zu laut in der Nacht: Nürnberg will Turmuhren leiser machen

Laute Glockenschläge in den historischen Turmuhren gehören seit Jahrhunderten zu unseren mittelfränkischen Altstädten. Doch was für viele ein Stück gelebte Stadtgeschichte ist, sorgt bei manchen Anwohnenden im Stadtgebiet Nürnberg für schlaflose Nächte. Die Stadt plant deshalb eine Modernisierung der historischen Schlagwerke – mit dem Ziel, Denkmalschutz und Nachtruhe künftig besser miteinander zu verbinden. Im Laufer Schlagturm wird sichtbar, wie dieser Spagat gelingen soll.  

Der Glockenklang des Laufer Schlagturms ist tagsüber kaum zu vernehmen. In der Nacht reißt er jedoch die Anwohnenden regelmäßig aus dem Schlaf. Die Stadt Nürnberg hat die Lautstärke nach zahlreichen Beschwerden nun nachgemessen. Und tatsächlich: viele Turmglocken im Stadtgebiet sind nachweislich zu laut. 

Aktuell dämpfen Lederummantelungen die Glockenhammer im Schlagturm ab. Diese Schalldämpfung wirkt jedoch nur kurzfristig und kann das allgemeine Problem der Nachtruhe nicht langfristig lösen. Denn die historischen Schlagwerke können nachts nicht abgeschaltet werden.  

Für dreißig Turm- und Kirchenglocken ist die Stadt Nürnberg direkt verantwortlich. Schon in wenigen Tagen könnte sich ein elektronisches Uhrwerk in den Türmen einsetzen lassen. Die Kosten: etwa 15.000 Euro pro Uhr. 

Der Start ist zunächst auf drei Uhren ausgelegt. Neben dem Laufer Schlagturm sollen die Dreieinigkeitskirche und die Bartholomäuskirche neue Schlagwerke erhalten. 

Am Freitag soll das Konzept dem Bauausschuss der Stadt vorgelegt werden. Eine Freigabe könnte einen guten Kompromiss ermöglichen: Das historische Erscheinungsbild der Türme bleibt bestehen. Und die Anwohnenden könnten künftig besser durchschlafen. 

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