Nach dem Krisentreffen zwischen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und der Schifffahrtsbranche ist klar: Das anhaltende Niedrigwasser bringt den Schiffsverkehr auf Deutschlands Flüssen zunehmend in Bedrängnis. Der Güterverkehr soll nun vermehrt auf Züge und LKW verlagert werden, auch die Aufhebung des Fahrverbots für LKW an Sonn- und Feiertagen steht als Notlösung im Raum. In Mittelfranken sind diese Auswirkungen zwar weniger sichtbar. Mit dem Main-Donau-Kanal verfügt die Region aber über eine wichtige Wasserstraße. Wir haben uns die aktuelle Lage am Kanal genauer angeschaut.
Das Wasser steht bis zum Uferrand, die Tiefe des Main-Donau-Kanals liegt konstant bei etwa vier Metern im Durchschnitt. Bisher konnten die Betreiber der künstlichen Wasserstraße immer ausreichend Wasser aus ihren Zuflüssen beziehen.
keine Wasserentnahme aus Donau mehr möglich – Altmühl versorgt Kanal allein
Auf den ersten Blick machen sich hier Dürre und Niedrigwasser kaum bemerkbar. Doch der Schein trügt. Denn Donau und Altmühl, die natürlichen Wasserlieferanten für den Kanal, sind unmittelbar von der anhaltenden Dürre betroffen. Das kann auch Folgen für den Betrieb der Schleusen haben.
Noch reicht die Wassermenge aus, um Frachter in der Eibacher Kanalschleuse durch 19,50 Meter Höhenunterschied zu transportieren. Dennoch nimmt der Verkehr auf dem Kanal immer mehr ab, vor allem beim Frachtverkehr. Denn auf der Donau ist die Schifffahrt fast vollständig zum Erliegen gekommen.
Schiffsverkehr geht immer weiter zurück
Anders als bei der Personenschifffahrt ist ein Tausch zwischen Frachtschiffen nicht möglich, da man die Container an den Schleusen nicht umladen kann. Daher kann die Binnenschifffahrt bei den aktuellen Pegelständen kaum von außen unterstützt werden.
Kurzfristig können nur ausgiebige und auch dauerhafte Regenfälle zu einer Erholung der Gewässer beitragen. Doch die Prognosen für die kommenden Wochen sehen dafür eher schlecht aus.