Do., 29.01.2026 , 13:29 Uhr

Zwei Handwerke, zwei Werkstätten: Wie Erfahrung und Leidenschaft Musik erst möglich machen

Klang entsteht nicht nur durch das Instrument selbst, sondern durch Menschen, die oft im Hintergrund arbeiten. Eine Flamme erhitzt ein Stück Holz. Ein paar Meter weiter laufen Drähte durch Maschinen. Bedient wird beides von Menschen, die mit viel Erfahrung dafür sorgen, dass Musik erst möglich wird. Bei einer Bogenbauerin, die Holz mit Präzision verwandelt, und bei einem Saitenhersteller, der aus Metall den richtigen Ton formt. Zwei Menschen, zwei Werkstätten und alles dreht sich um den Klang.  

In der Bogenbauerwerkstatt Dörfler liegt ein Geruch von Holz in der Luft. Maren Wieding arbeitet hier seit vier Jahren und macht gerade ihren Meister in Markneukirchen. Schon kleinste Abweichungen beeinflussen, wie ein Musiker später Ton und Dynamik kontrollieren kann. 

Traditionell werden Bögen aus Fernambukholz gefertigt, einem sehr dichten und elastischen Holz. Bei Einsteiger sind Carbon oder Brasilholz sehr beliebt. Entscheidend ist, wie das Holz gewachsen ist: Dichte und Spannkraft bestimmen, ob sich ein Rohling überhaupt eignet. 

Der Weg vom Rohling zum spielbaren Bogen dauert eine ganze Arbeitswoche. Immer wieder wird Holz gebogen und begutachtet bis die Spannung stimmt. Danach wird der Bogen mit Pferdeschweifhaaren bespannt.  

Doch selbst der beste Bogen braucht sein Gegenstück: die passende Saite. Nur wenn beide optimal zusammenspielen, entsteht der gewünschte Klang. Ein paar Häuser weiter arbeitet Maximilian Junger mit seinem Team an den verschiedensten Instrumentensaiten. Bei der Produktionshalle von Pyramid Saiten in Bubenreuth dreht sich alles um Präzision. Hier entstehen Saiten für Gitarren, Geigen, Bratschen oder Kontrabässe. Es gibt nur wenige Sachen, die nicht produziert werden.  

Während früher fast ausschließlich Naturdarm und einfache Metalle verwendet wurden, bestehen Saiten heute aus hochreinen Stählen oder Kunstfaserkernen.  

Trotz Maschinen bleibt vieles Handarbeit und das mittlerweile in der sechsten Generation. Wicklungen werden kontrolliert, Zugspannungen geprüft – jede Saite muss exakt stimmen. 

Maren Wieding und Maximilian Junger verbindet vor allem eins: Das außergewöhnliche Handwerk, mit dem sie auch in Zukunft zahlreiche Musiker:innen begeistern wollen 

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