Di., 21.04.2026 , 17:54 Uhr

Zweites Leben für Wahlplakate: Einblick in die Kunststoff-Wiederverwertung

Die Kommunalwahlen sind vorbei – die Plakate hängen nur kurz. Danach bleiben große Mengen Kunststoff übrig. Was passiert eigentlich mit diesem Material? Wahlplakate bestehen heute meist aus robustem Kunststoff – langlebig, aber auch problematisch, wenn er im Müll landet. Recycling kann hier eine mögliche Lösung sein. 

In Raitenbuch wird aus Kunststoffabfall wieder ein Wertstoff. Ein Familienunternehmen hat sich darauf spezialisiert, industrielle Kunststoffreste zu recyceln und in neue Materialien umzuwandeln. Die Idee, auch Wahlplakate zu verwerten, kam dabei von einem Politiker aus der Region. 

In der Halle werden seit der Kommunalwahl rund eine Tonne Plakate sortiert, auf Störstoffe kontrolliert. Die Wahlplakate entstehen aus Polypropylen mit einer Farbbeschichteten Oberfläche. Mit einer komplexe Recycling Maschine wird das Material dann in mehreren schritten weiterverarbeitet. Die Anlage läuft dabei Autark mit eigener Energie aus Photovoltaik und stößt kein CO2 aus.

Aus den Kunststoff-Schnipseln entsteht sogenanntes Regranulat – ein Rohstoff, der wieder in der Industrie eingesetzt wird. So findet dieser neue Anwendung wie in etwa für Kunststoffprodukte.

Wirtschaftlich ist das Recycling von Wahlplakaten für den Betrieb derzeit kaum rentabel. Die Nachfrage von denen die Interesse zeigen ist zu gering. Aufwand, Energie und Transport rechnen sich für viele Auftraggeber nicht und stellen eine Hürde für sie dar. Trotzdem bleibt Nachhaltigkeit für den Familienbetrieb ein zentrales Thema – auch die dritte Generation will diesen Weg weitergehen.

Rund zwei Tonnen Wahlplakate pro Jahr werden hier verarbeitet. Jedes Kilo Wahlplakat was hier recycelt wird, spart an der borquelle ein Kilo Neugranulat ein. Die Familie freut sich auf diesem weg Kunststoff neues Leben zu geben.

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