Mo., 14.07.2014 , 13:47 Uhr

Mollath-Prozess: "Hemmungsloses Verhalten"?

Regensburg – Gustl Mollath soll am Silvestertag 2013 eine heftige verbale Auseinandersetzung mit einer Frau gehabt haben. Der Nürnberger soll im niedersächsischen Bad Pyrmont mit seiner Begleiterin auf dem Weg zu einem Konzert von Nina Hagen aneinandergeraten sein. Der Streit soll nach Angaben der Nebenklage im Wiederaufnahmeverfahren gegen Mollath derart heftig gewesen sein, dass Passanten und ein Tankstellenbetreiber eingegriffen haben.

 

 

«Dies soll das hemmungslose Verhalten des Angeklagten verdeutlichen», sagte der Rechtsanwalt der Ex-Frau von Mollath heute vor dem Landgericht Regensburg. Daher sollen die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Hannover zu diesem Fall herbeigezogen werden. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung stimmten dem Antrag zu. Mollath selbst bestätigte den Vorfall. «Ja, es gab eine verbale Auseinandersetzung mit scharfen Worten», sagte der 57-Jährige in einer Verhandlungspause. Es sei aber nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen.

 

Der 57 Jahre alte Mollath muss sich in Regensburg wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Unter anderem soll er 2001 seine damalige Ehefrau körperlich misshandelt und eingesperrt haben. Zudem soll er Dutzende Autoreifen zerstochen haben.

 

In einem ersten Verfahren hatte das Landgericht Nürnberg-Fürth Mollath im Jahr 2006 von den Vorwürfen wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen und ihn in die Psychiatrie eingewiesen. Der Fall Mollath hat eine Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken ausgelöst.

 

 

Quelle: dpa

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