Nach mehreren Anschlägen auf Strommasten arbeitet der bayerische Verteilnetzbetreiber Bayernwerk an einer neuen Möglichkeit, seine Infrastruktur zu überwachen. Gemeinsam mit Siemens Energy wurde ein Sensor entwickelt, der direkt an einer Hochspannungsleitung angebracht werden kann. Auch im mittelfränkischen Teil des Netzgebietes könnte die Technik künftig eingesetzt werden.
Das System mit dem Namen „GridSecure“ befindet sich derzeit noch in der Testphase. Die Sensoren werden an bestehenden Freileitungen befestigt und benötigen keinen zusätzlichen Stromanschluss. Ihre Energie beziehen sie direkt aus der Leitung.
Mit einer integrierten Kamera können die Geräte Bewegungen im Bereich der Stromtrassen erfassen. Nach Angaben des Netzbetreibers soll sich der überwachte Bereich technisch begrenzen lassen. Eine Gesichtserkennung ist nicht vorgesehen.
Die Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit mehreren Anschlägen auf die Energieinfrastruktur in Bayern. Bei Garching waren im Mai zwei Strommasten in Brand gesetzt worden. Rund 15.000 Haushalte waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Anfang Juni wurde zudem ein weiterer Strommast bei Pentling angegriffen.
Zunächst sollen besonders kritische Bereiche des Hochspannungsnetzes betrachtet werden. Flächendeckend eingesetzt wird die neue Technik bislang nicht.
Offen ist auch, an welchen konkreten Standorten die Sensoren später zum Einsatz kommen könnten. Der Netzbetreiber arbeitet zudem an einer Technik, mit der Drohnen in der Nähe der Infrastruktur erkannt werden sollen. Das Versorgungsgebiet des Bayernwerks umfasst große Teile Bayerns. Dazu gehören auch der Landkreis Neumarkt und der Landkreis Erlangen-Höchstadt.