So., 01.12.2013 , 19:48 Uhr

Nürnberger SPD-Basis signalisiert trotz Kritik Zustimmung zu Koalitionsvertrag

Da und dort hätten sie sich deutlich «mehr SPD» gewünscht – trotz allem wollen viele Genossen dem Koalitionsvertrag beim SPD-Mitgliederentscheid zustimmen. Das zeichnete sich heute bei einer Regionalkonferenz in Nürnberg ab, bei der Sigmar Gabriel für den Vertrag warb. 

 

Trotz teils harter Kritik am Koalitionsvertrag zwischen SPD und Unionsparteien hat sich bei einer SPD-Regionalkonferenz in Nürnberg eine breite Zustimmung für die Bündnis-Vereinbarung abgezeichnet. Das Papier sei zwar «kein gutes Ergebnis», sagte ein fränkischer Genosse bei der ersten Regionalkonferenz in Bayern. «Aber wie wir abstimmen, ist eine ganze andere Frage.» Mehrere Genossen stimmten schließlich SPD-Chef Sigmar Gabriel zu, dass sich in einer großen Koalition «mehr für die Menschen machen lässt als in der Opposition». 

 

Mehrere Basisvertreter warfen der SPD-Führung vor rund 400 Versammlungsteilnehmern im überfüllten SPD-Haus vor, vor allem in der Renten- und Gesundheitspolitik «nicht mehr rausgeholt zu haben». An die Spitze der Kritiker setzte sich dabei der frühere Nürnberger SPD-Bundestagabgeordnete Horst Schmidbauer. Vor allem die Pläne, den Arbeitgeberanteil bei den Krankenkassenbeiträgen künftig bei 7,3 Prozent gesetzlich festzuschreiben, kritisierte er: «Die SPD gibt damit ein Grundelement der Sozialversicherung auf.» 

 

Andere SPD-Mitglieder hielten der SPD-Führung vor, viele Vereinbarungen seien zu unverbindlich. «Da stehen zu viele „Sollen“ und „Wollen“ drin», sagte ein Basisvertreter. «So was schreibe ich als Jurist auch in Verträge rein, wenn ich mich eigentlich nicht festlegen will», sagte er. Eine Genossin erklärte, sie fürchte, dass die relativ unverbindlichen Vereinbarungen von Wirtschafts-Lobbyisten rasch ausgehöhlt würden. Als Beispiel nannte sie die Absicht der großen Koalition, Rüstungsexporte in Krisenländer künftig stärker einzuschränken.

 

Mehrere Redner sahen in dem Koalitionsvertrag nur einen Einstieg in eine sozialdemokratisch geprägte Regierungspolitik. Es müsse nun darum gehen, in der Regierung «mehr rauszuholen» als im Koalitionsvertrag drin stehe. Dabei sollten die in der Regierungsverantwortung stehenden Sozialdemokraten auch größere Konflikte mit der Union riskieren. «Ihr habt jetzt die Möglichkeit, in vier Jahren das Profil der SPD zu schärfen. Vielleicht gelingt es Euch, dann nicht nur meinen Kopf, sondern auch meinen Bauch und mein Herz zu überzeugen», sagte ein Gewerkschafter. 

 

Zuvor hatte SPD-Chef Gabriel davor gewarnt, die sich abzeichnende große Koalition mit früheren Regierungsbündnissen mit der Union zu vergleichen. Die SPD habe aus den Erfahrung der Regierungsjahre 2005 bis 2009 gelernt. «Wir haben jetzt einen Koalitionsvertrag, der die schwersten Fehler von damals ausschließt», sagte der SPD-Vorsitzende. Als Beispiel nannte er die mit der Union vereinbarte Rente mit 63 Jahren bei 45 Versicherungsjahren. Er räumte ein, dass sowohl die in der großen Koalition von damals beschlossene Mehrwertsteuererhöhung als auch die Rente ab 67 seinerzeit die SPD gespalten habe. Das habe man jetzt korrigiert.

 

Quelle: dpa

Abstimmung Franken Fernsehen Genossen Koalitionsvertrag Merkel Mitglieder Mittelfranken Nürnberg Seehofer Sigmar Gabriel SPD

Das könnte Dich auch interessieren

03.02.2026 Gaffer filmt brennenden Mann: Polizei leitet Verfahren ein Nach einem tödlichen Verkehrsunfall stellt ein Gaffer ein Video von einer schwer verletzten Person ins Netz. Jetzt ermittelt die Polizei. Rückblick Der Unfall ereignete sich am 12. Januar 2026 auf der BAB A6 kurz vor dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd. Nach der Unfallaufnahme veröffentlichte ein Unbekannter ein Video in den sozialen Medien, welches den Unfall aus unmittelbarer 23.01.2026 Mann schwer verletzt aufgefunden: Polizei bittet um Zeugenhinweise Am Donnerstagabend (22.01.2026) wurden Polizeibeamte im Nürnberger Westen während einer Streife auf einen am Boden liegenden Mann aufmerksam. Jetzt wird um Zeugenhinweise gebeten. Die Beamten waren gegen 23:25 Uhr auf Streifenfahrt unterwegs, als sie in der Höfener Straße, auf Höhe der Hausnummer 87, einen Mann am Boden liegen sahen. Er schien schwer verletzt – durch 13.01.2026 Bewaffneter Überfall auf Schreibwarenladen: Täter hat die Flucht ergriffen Gestern Nachmittag (12.01.2026) überfiel ein bislang unbekannter Mann einen Schreibwarenladen in der Nürnberger Gartenstadt. Die Kriminalpolizei ermittelt und bittet um Hinweise. Gegen 17:15 Uhr betritt ein Mann das Geschäft in der Valentin-Dretzel-Straße. Er geht auf die Angestellt zu, hält ihr eine Schusswaffe entgegen und fordert Bargeld. Die Mitarbeiterin gibt ihm das Geld und der Mann 05.01.2026 Wohin mit der Tanne? Sammelstellen 2026 in der Region Nürnberg Mittwoch, 07.01.2026 90427 – Brettergartenstraße – gegenüber Hausnummer 59 bei der Grünfläche 90429 – Muggenhofer Straße – Ecke Pestalozzistraße bei der Grünfläche 90443 – Gostenhofer Hauptstraße – Ecke Bauerngasse bei der Litfaßsäule 90431 – Fürther Straße – Ecke Roonstraße bei der Grünfläche 90431 – Leyher Straße – Ecke Seebacher Straße 90439 – Schwabacher Straße