Fr., 06.06.2025 , 17:37 Uhr

Pfingsten und Opferfest: Ein Wochenende zum Feiern für Christen und Muslime

An diesem Wochenende findet für die Christinnen und Christen, aber auch für Musliminnen und Muslime in Mittelfranken ein religiöses Fest statt: nämlich Pfingsten und das Opferfest.

Der „Geburtstag der Kirche“

Pfingsten feiert das Christentum am 50. Tag nach Ostern. Daher hat das Fest auch seinen Namen. Es leitet sich vom griechischen Wort für den 50. Tag (Pentekoste) ab. An diesem Tag sollen die Jünger Jesu, so erzählt es die Apostelgeschichte, zum ersten Mal nach dem Tod und der Auferstehung Jesu wieder öffentlich aufgetreten sein. Sie erzählen von Leben und Sterben Jesu Christi. Der Heilige Geist habe sie dazu befähigt und die Menschen aller Länder der damaligen Welt konnten sie verstehen, so die Erzählung. Im Christentum sieht man dieses Ereignis als Startschuss für die Gemeinschaft in Christus. Damit beginnt das, was Christen heute Kirche nennen.

Hadsch: Pilgerfahrt und eine Säule des Islam

Mit dem Opferfest in Verbindung steht die Pilgerfahrt nach Mekka: Der Hadsch gehört neben dem öffentlichen Glaubensbekenntnis, dem täglichen Gebet, dem Fasten im Monat Ramadan und der Unterstützung von Bedürftigen zu den fünf Säulen des Islam und findet einmal im Jahr im letzten Monat des islamischen Mondkalenders, dem Dhul-Hidscha statt.

Teilnehmen soll der, der es sich finanziell leisten kann und körperlich dazu in der Lage ist. Während des Hadsch kleiden sich männliche Pilger in zwei weiße, ungesäumte Tücher, Frauen müssen den Schleier ablegen. Im Anschluss laufen die Pilger in einem mehrtägigen Ritus verschiedene Orte ab und beten. Zunächst umrunden sie sieben mal gegen den Uhrzeigersinn die Kaaba, ein würfelförmiges Gebäude in Mekka.

Das höchste Fest im Islam

Zur Hadsch gehört auch der Bußgang auf den „Gnadenhügel“ am Berg Arafat rund 25 Kilometer von Mekka entfernt. Hier beten die Pilger vom Mittag bis zum Sonnenuntergang, lesen im Koran. Nach der Übernachtung in Muzdalifa – einer bei Mekka gelegene Ebene – findet in Mina (ein Tal bei Mekka) die symbolische Steinigung des Teufels statt. Mit Opfergaben erinnern die Muslime an die Bereitschaft Ibrahims, seinen Sohn Gott zu opfern.

Das Opferfest ist der Höhepunkt des Pilgermonats. Es ist das höchste Fest im Islam. Einem Ritus folgend werden dazu Tiere geschlachtet. Wohlhabenden Gläubigen kommt die Verantwortung zu, ein Drittel des Opfertieres an sozial und finanziell Bedürftige, ein weiteres Drittel an die Nachbarn und das letzte Drittel an die Familie zu geben. Zum Opferfest finden sich die Gläubigen in der Moschee zum Gebet ein. Danach werden Verwandte und Bekannte besucht, um gemeinsam zu essen, zu trinken und einander zu beschenken.

Im arabischen Raum heißt das Opferfest Eid ul-Adha oder Eid al-Adha, in der Türkei Kurban Bayrami.

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