Fr., 26.09.2025 , 15:19 Uhr

Projekt "Bahnhofsläuferinnen und -läufer": Streetwork am Nürnberger Hauptbahnhof

Der Nürnberger Hauptbahnhof macht regelmäßig Schlagzeilen. Wo täglich tausende Menschen aufeinandertreffen, kann es natürlich zu Konflikten und Notlagen kommen. Das Modellprojekt „Bahnhofsläuferinnen/-läufer“ der Stadtmission Nürnberg e.V. setzt genau hier an. Seit einem halben Jahr kümmern sich Streetworker um wohnungs- und obdachlose Menschen, die sich rund um den Bahnhof aufhalten.

Besonderen Bedürfnissen gerecht werden

Das Ziel des Modellprojekts ist es, den besonderen Bedürfnissen wohnungs- und obdachloser Menschen gerecht zu werden. Das Leben derer soll stabilisiert werden. Außerdem möchte man sichtbare Obdachlosigkeit reduzieren und die gegenseitige Akzeptanz in der Gesellschaft fördern.

Bereits vor der Initiative wurde auf vielen Feldern Unterstützung geboten: in der Ökumenischen Wärmestube, in der Bahnhofsmission oder durch Beratung in der Einrichtung „Hilfen für Menschen in Wohnungsnot“. Die bittere Feststellung jedoch: Manche können auch von diesen niederschwelligen Angeboten nicht erreicht werden und sind dementsprechend in schlechter Verfassung.

Förderung durch das Bayerische Staatsministerium

Zwei Jahr lang wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. Und auch die Diakonie Bayern unterstützt finanziell. Das Konzept wurde mit der Stadt Nürnberg abgestimmt.

Der Wunsch, nach einer weiteren Finanzierung, sobald die zwei Jahre vergangen sind, besteht. Hier hoffen die Projektleiter auf Unterstützung durch die Stadt Nürnberg.

Erste Zwischenbilanz zeigt: Der Bedarf ist hoch

Das Angebot wird sehr gut angenommen. Die Streetworkerinnen Annika Zitzmann und Michelle Jaß arbeiten am Hauptbahnhof, den umliegenden Plätzen, Königstorpassage, Königsstraße oder dem Stadtgraben. Innerhalb weniger Monate hatten sie bereits 1250 Kontakte. Sie kümmern sich dabei vor allem um die Grundbedürfnisse wohnungsloser Menschen: Schlafplatz, Essen und medizinische Versorgung. Sie helfen auch bei Behördengängen, vermitteln an Hilfseinrichtungen und schlichten Konflikte.

 

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