Mo., 13.07.2026 , 16:25 Uhr

Regierung will Tabaksteuer weiter anheben: Kritik von Tabaklobby – Ärztekammer für höhere Steuern

Raucher sollen ab dem kommenden Jahr deutlich stärker zur Kasse gebeten werden.

Laut dpa-Informationen will die schwarz-rote Koalition die Tabaksteuer noch stärker erhöhen. Ziel sind Mehreinnahmen – auch für das Gesundheitssystem. Eine Zigarettenpackung könnte 2027 nach einer Steueranhebung 9,10 Euro kosten. Das sind 33 Cent mehr als bislang erwartet. 2030 soll dann ein Packung durchschnittlich 11,78 Euro kosten. Zum Vergleich: Das wären 42 Cent mehr als das Ministerium auf Basis seines Gesetzesentwurfs angenommen hatte.  Markenzigaretten könnten nach Branchenschätzung pro 20er Packung 13 bis 14 Euro kosten, derzeit sind es bei einigen Marken 9,40 Euro.

In der vergangenen Woche hieß es in Koalitionskreisen: Der Beschluss des Bundeskabinetts zur Erhöhung der Tabaksteuer dient der Haushaltskonsolidierung, denn der Bund muss Milliardenlücken schließen. Ein weiterer Grund sei der Schutz der öffentlichen Gesundheit. Außerdem unterstützt es das Ziel der Bundesregierung, die Raucherquote von Jugendlichen und Erwachsenen zu senken.

Die höheren Einnahmen durch die Tabaksteuer sollten 2027 ursprünglich rund 0,8 Milliarden Euro steigen, jetzt würden sie um weitere rund 0,8 Milliarden Euro wachsen. Damit würden sich die jährlichen Steuermehreinnahmen verdoppeln. 2030 sollen es 4,4 Milliarden Euro Mehreinnahmen sein – damit könnte die Tabaksteuer 2030 dann rund 21 Milliarden Euro in die Kassen des Bundes spülen.

Kritik aus der Tabaklobby – Zuspruch von Krebsforschern und Ärztekammer

In der Tabakbranche hagelt es Kritik. Unter anderem könne eine höhere Tabaksteuer zu mehr Aktivität auf dem Schwarzmarkt führen und damit organisierte Kriminalität fördern. Weiterhin seien Raucherinnen und Raucher preissensibel.

Krebsforscher bewerten höhere Steuern auf Zigaretten hingegen positiv. So könne der krebserregende Zigarettenkonsum gedrückt werden. Auch von der Bundesärztekammer heißt es: Höhere Preise würden den Tabakkonsum senken und insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor dem Einstieg schützen.

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