Fr., 29.08.2025 , 13:40 Uhr

Vor einem Betrüger gerettet: Taxifahrer vermutet Betrugsmasche und alarmiert Polizei

Ein Nürnberger Taxifahrer hat in Nürnberg mit seiner Aufmerksamkeit Geld und Schmuck einer alten Dame im Wert von 80.000 Euro vor einem Betrüger gerettet.

Der 63-jährige Taxifahrer meldete sich am Montagnachmittag, 25. August 2025, beim Notruf der Polizei. Hier erklärte er, dass er gerade einen Fahrgast nach Schwanstetten gefahren habe und er den Verdacht schöpft, dass es sich bei dem Mann um einen Abholer im Fall einer Callcenter-Betrugsmasche handeln könnte.

Unter anderem kam dem Fahrer komisch vor, dass der Fahrgast von ihm verlangte, an der Zieladresse kurz zu warten, um ihn dann wieder zurück nach Nürnberg zu fahren. Als der verdächtige Fahrgast zum Fahrzeug zurückkehrte, legte der Fahrer vorsichtshalber auf.

Fahndung im Hintergrund

Die Beamten in der Einsatzzentrale der Polizei traten während der Fahrt erneut mit dem Taxifahrer in Kontakt. Es war ihnen möglich, schlussendlich den Standort des Fahrzeugs herauszufinden, ohne dass der Fahrgast Verdacht schöpfte. Währenddessen lief im Hintergrund eine koordinierte Fahndung nach dem Taxi an, in die mehrere Streifen der Polizeiinspektion Roth, der Verkehrspolizei Feucht sowie der Zivilen Einsatzgruppe Schwabach eingebunden waren.

Auf der Rückfahrt stoppten die Beamten das Taxi an einer Tankstelle, fanden bei dem Fahrgast Geld und Schmuck im Wert von 80.000 Euro, und nahmen den 27-Jährigen fest.

Opfer des Schockanrufs

Unklar war bis dahin, wer dem mutmaßlichen Betrüger zuvor die Wertgegenstände übergeben hatte. Die Polizeiinspektion Roth nahm daher gleichzeitig Ermittlungen zur Herkunft des Schmucks an der Zieladresse des Taxis auf.

Nach einigen Befragungen stießen die Beamten schließlich auf eine 79-jährige Frau, die im Glauben war, ihre Wertgegenstände zuvor einem Gehilfen eines Rechtsanwalts übergeben zu haben, weil ihr Sohn angeblich einen schweren Unfall verursacht habe. Sie war damit Opfer eines sogenannten „Schockanrufs“ geworden. Hierbei machen die Täter ihren Opfer am Telefon vor, dass einer Angehörige oder einem Angehörigen etwas zugestoßen sei und nur gegen „Kaution“ wieder frei komme.

Gegen den 27-jährigen Tatverdächtigen stellte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftantrag. Er wurde zwischenzeitlich einem Haftrichter vorgeführt, welcher Haftbefehl erließ.

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