Di., 21.05.2013 , 16:42 Uhr

Weltraummission mit künstlichem Ökosystem erfolgreich beendet

Erlangen – Um die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Zellen, Knochen und Muskeln untersuchen zu können, schickten Erlanger und Stuttgarter Forscher ein künstliches Ökosystem ins All. Nach 30 Tagen landete am Sonntagmorgen der russische Satellit Bion-M1 mit dem bierkastengroßen Aquarium. Nun stehe die Auswertung der Daten an.

 

Erstes abgeschlossenes Ökosystem im All

Vor einem Monat wurde das Aquarium mit Wasserpflanzen, Schnecken, Bachflohkrebsen und Buntbarschen in die Erdumlaufbahn gebracht. Die Pflanzen sollten den Sauerstoff für die Tiere produzieren, während das von den Schnecken und Fischen ausgeschiedene Kohlendioxid die Grundlange für die Photosynthese der Pflanzen bildete. Nach Angaben der Forscher war das Aquarium das erste komplexe, abgeschlossene Ökosystem im Weltall.

 

Mission geglückt

Die Weltraummission verlief jedoch nicht ohne technische Probleme. So war unter anderem die Kommunikation mit dem Satelliten zeitweise gestört. Am Sonntag ging bei der Landung in der russischen Steppe glücklicherweise alles gut. Die Algen haben ihre Aufgabe erfüllt: „Nach ersten Erkenntnissen haben die Algen überlebt“, so Peter Richter von der Universität Erlangen-Nürnberg.

 

Auswertung wird zeitintensiv

Die Forscher bereiten jetzt den Rücktransport des kleinen Ökosystems nach Deutschland vor, um Veränderungen der Algen durch die Schwerelosigkeit zu untersuchen. Diese Arbeit wird einige Monate in Anspruch nehmen. Mit Ergebnissen rechne man deshalb erst gegen Ende des Jahres.

 

Neue Erkenntnisse über Mensch und Tier

Durch das Projekt erhoffen sich die Wissenschaftler neue medizinische Erkenntnisse, unter anderem zur Reisekrankheit. Nicht nur Menschen leiden darunter, sondern auch Fische. Außerdem werden Astronauten in der Schwerelosigkeit oft von einer seltsamen Immunschwäche befallen. Auch dazu soll das Aquarium neue Erkenntnisse liefern. Eine identische Kopie des Systems blieb zu Vergleichszwecken auf dem Boden.

An dem Experiment war neben Universität Erlangen-Nürnberg auch die Universität Hohenheim in Stuttgart beteiligt.

 

Quelle: dpa

 

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